Von Katrin Demczenko

113 haupt- und 292 ehrenamtliche Feuerwehrleute hat die Stadt Hoyerswerda: „Und jeder von ihnen fragt zuerst: Was kann ich für mein Land tun?“ Mit dieser Aussage würdigte der Leiter der Feuerwehr Hoyerswerda Dieter Kowark während der Jahreshauptversammlung des Fachbereiches, zu dem auch die Integrierte Regionalleitstelle Ostsachsen (IRLS) gehört, seine Mitarbeiter. 18 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren aus Hoyerswerda wurden von Oberbürgermeister Stefan Skora, Bürgermeister Thomas Delling und vom Vizepräsidenten des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen Uwe Restetzki für ihr langjähriges Engagement geehrt.

Walter Bramborg erhielt das Ehrenkreuz für 60 Jahre treue Dienste in der Freiwilligen Feuerwehr Michalken. 1959 hatte der heutige Hauptbrandmeister als einfacher Feuerwehrmann und Leiter der Arbeitsgemeinschaft Junge Brandschutzhelfer begonnen. Er war aber auch oft im Einsatz, um das Leben, Hab und Gut anderer Menschen zu schützen. An das Großfeuer im Sommer 1964, als von Dubring bis Schwarzkollm der Wald brannte, kann sich Walter Bramborg noch immer gut erinnern. Mehrere Tage dauerten die Löscharbeiten. Nach verschiedenen Ausbildungen war Walter Bramborg zeitweilig stellvertretender Wehrleiter, und von 1990 bis 2016 führte er die Alters- und Ehrenabteilung der FFW Michalken an. Die Älteren unterstützen die jüngeren Wehrmitglieder, indem sie das Feuerwehrhaus in Ordnung halten und im Dorf das Hexenbrennen absichern, erzählt der Ausgezeichnete. Eingetreten war Walter Bramborg, weil ihn die Feuerwehrtechnik interessiert hatte und heute schätzt der Senior die Gemeinschaft mit seinen Kameraden, die er regelmäßig trifft.

Feuerwehrchef Dieter Kowark erklärte im Rechenschaftsbericht für 2018, dass der Fachbereich Feuerwehr in diesem Jahr 193 017 Hilfeersuchen bearbeitet hat und folglich Bürger der Landkreise Bautzen und Görlitz aus misslichen Lagen befreite. Rund um die Uhr wurden bei Bedarf Brände gelöscht, nach Stürmen umgestürzte Bäume von Straßen weggeräumt oder Menschen gerettet und ins Krankenhaus gebracht, sagte er.

Um 95 Prozent dieser Anliegen kümmerten sich die Mitarbeiter der Regionalleitstelle (IRLS). Brandverhütungsschauen, das Überprüfen von Handfeuerlöschern und die Brandschutzarbeit mit Kindern seien aber genauso wichtig, so Kowark. Nur vier der neun Freiwilligen Wehren in Hoyerswerda haben Jugendfeuerwehren, die für die ohnehin schwierige Nachwuchsgewinnung bedeutsam sind. „Darüber müssen wir reden“, sagte Dieter Kowark. Prekär findet er, dass in der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Nardt Ausbilder fehlen, sodass nicht alle lernwilligen Feuerwehrleute ihre Lehrgänge bekommen können. Den vom Freistaat geplanten Ausbau der Schule begrüßt er. Der Gast vom Landesfeuerwehrverband Sachsen Uwe Restetzki ergänzte, dass mit dem Sächsischen Innenministerium eine Lösung gefunden werden muss, um die Landesfeuerwehrschule personell zukunftsfähig auszubauen. Er ergriff auch Partei für die vielen ehrenamtlichen Feuerwehrleute, die sich dann gern für die Gesellschaft einsetzen, wenn sie ordentliche Feuerwehrhäuser sowie Technik nutzen können und in der sozialen Absicherung den hauptamtlichen Kräften gleichgestellt sind.