In Hoyerswerda und Lauta waren sie unlängst unterwegs: Bettler, die mit einem in Deutsch verfassten Bittschreiben um finanzielle Hilfe für eine Notlage in ihrer Heimat bitten, selbst aber kein einziges Wort Deutsch sprechen. Weil sie in ihrer rumänischen Heimat angeblich ihr Haus verloren haben oder einen kranken Verwandten durchbringen müssen, wollen sie in Deutschland Geld sammeln. "Ist denn so was überhaupt erlaubt?", wollten gleich mehrere RUNDSCHAU-Leser wissen.

"Prinzipiell ja", sagt Ingrid Stille, die Leiterin des Hoyerswerdaer Bürgeramtes. Betteln und Bittstellerei sind laut der gültigen Gesetzeslage nicht generell verboten. "Was jedoch verboten ist, sind hartnäckiges Bedrängen, unangemessenes Ansprechen, aggressives Verhalten, vielleicht sogar noch in alkoholisiertem Zustand", erklärt Ingrid Stille. Sollte dies der Fall sein, greift das Ordnungsamt ein. Die Polizeiverordnung der Stadt macht in ihrem Paragrafen 8 zu diesen Fällen genauere Aussagen.

Auch die Mitarbeiter ihres Amtes hätten viele Telefonanrufe von besorgten und verärgerten Bürgern entgegennehmen müssen, als kürzlich mehrfach Bettler auf den Straßen und vor Hauseingangstüren in Hoyerswerda auftauchten. "Soweit wir das ermitteln konnten, handelte es sich jeweils um rumänische Staatsbürger", ergänzte sie. Andere Fälle seien ihr nicht bekannt.

Da das einfache Betteln nicht gegen das gültige Recht verstößt, ist natürlich auch das Schenken an diese Menschen erlaubt. "Das ist in Ordnung. Das muss aber jeder für sich selbst entscheiden", empfiehlt die Bürgeramtsleiterin.