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Polizei
Betrüger suchen ihre Opfer meist unter Senioren

Falsche Polizisten können enttarnt werden. Erika Wallrath (90) aus Hoyerswerda macht sich bei Kriminalhauptkommisar Burkhard Röwer ein Bild von Dienstausweis und Dienstmarke.
Falsche Polizisten können enttarnt werden. Erika Wallrath (90) aus Hoyerswerda macht sich bei Kriminalhauptkommisar Burkhard Röwer ein Bild von Dienstausweis und Dienstmarke. FOTO: Anja Guhlan/ang1
Hoyerswerda. Straftäter nutzen immer wieder die Unkenntnis und Gutmütigkeit von Senioren aus. Das sagt Kriminalhauptkommissar Burkhard Röwer. Anja Guhlan / ang1

Der Polizeiberater klärt auch deshalb in Hoyerswerda zu aktuellen Betrugsfällen auf. "In jüngster Zeit haben Bürger wieder vermehrt Anrufe von falschen Polizisten erhalten. Sie kommen nicht mehr nur an die Haustür, sondern rufen unter der Rufnummernanzeige 110 an", erläutert er. Die Gauner gaukeln vor allem betagten Leuten gern vor, es bestehe höchste Gefahr. Röwer rät deshalb dazu, auch amtliche Besucher an der Haustür stets nach dem Dienstausweis mit der dazugehörigen Marke zu fragen. Auch ein Kontrollanruf bei der Polizeidienststelle sei klug. So viel Zeit muss sein.

Eine weitere Masche: Falsche Berater der Rentenversicherung drohen neuerdings am Telefon mit Rentenkürzungen. Per Post gingen bei einigen Bürgern auch Schreiben mit der Androhung von Erzwingungshaft ein. Aktuell bleiben weiter dubiose Gewinnversprechen. In jedem Fall wollen diese Betrüger alle nur eins: viel Geld.

Erika Wallrath (90) aus Hoyerswerda fühlt sich nicht mehr sicher. Sie berichtet von Gewinnspielbe nachrichtigungen. Für das große Glück aber soll sie erst eine Vorleistung bezahlen. An der Haustür werde sie zunehmend von Menschen angesprochen, die als Flüchtlinge um Geld bitten. "Abends gehe ich nur noch selten allein auf die Straße. Aus Angst vor Kriminellen. Ich bin auf jeden Fall vorsichtiger geworden", erzählt sie. Aufklärung gerade für ihre Generation hält sie für sehr wichtig. Auch Helga Strauch (78) aus Hoyerswerda ist vorsichtiger geworden. "Zwar getraue ich mich abends noch allein raus auf die Straße, aber ich halte mehr die Augen offen. Viele Betrugsmaschen sind uns ja nicht bekannt. Da ist es gut, bei polizeilichen Beratungen informiert zu werden." Auch Bärbel Schier (74) aus Klein-Neida sagt: "Gerade als Frau ist man nicht mehr so unbeschwert allein unterwegs. Ich werde viel mit dem Auto gefahren."

Kriminalhauptkommissar Burkhard Röwer sieht durch seine Aufklärungsarbeit aber auch schon positive Ergebnisse. "Die Enkeltricks haben in der letzten Zeit stark abgenommen. Dank des guten und umsichtigen Verhaltens der Senioren, die gelernt haben, wie man sich richtig verhält", lobt er.