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Betreiber stellt Pläne für Lautaer Unterkunft vor

Etwa 150 Bürger waren bei der dritten Veranstaltung im Laubuscher Kulturhaus zu Gast. Moderiert wurde der Abend durch Andreas Tietze von der Landeszentrale für politische Bildung.
Etwa 150 Bürger waren bei der dritten Veranstaltung im Laubuscher Kulturhaus zu Gast. Moderiert wurde der Abend durch Andreas Tietze von der Landeszentrale für politische Bildung. FOTO: sob
Laubusch. Mitte April sollen die ersten Flüchtlinge ins BuDZ-Gebäude in Lauta einziehen. Bis dahin will der neue Betreiber Pro Shelter aus Berlin das Personal für die neue Unterkunft gefunden haben. Bis zu 120 Asylbewerber finden in dem Gebäude am Südpförtner insgesamt Platz. Sophie Bartholome

Obwohl bereits die dritte Einwohnerversammlung im Laubuscher Kulturhaus zur künftigen Asylbewerberunterkunft in Lauta stattfand, war das Interesse am Mittwochabend ungebrochen hoch. Etwa 150 Bürger waren der Einladung gefolgt - auch um den neuen Betreiber Pro Shelter und deren Konzept besser kennenzulernen. Die RUNDSCHAU gibt einen Überblick über die wichtigsten Fragen bei der dritten Veranstaltung.

Wer ist Pro Shelter?
Die Gesellschaft Pro Shelter für integrierte Unterbringungen hat ihren Sitz in Berlin und betreut derzeit etwa zehn Flüchtlingsunterkünfte. Eines ihrer größten Heime befindet sich in Freital, seit Kurzem wird außerdem ein Heim in Halle von Pro Shelter betreut. "Lauta wird eines der kleinsten unserer Unterkünfte werden", erklärte Kerstin Zeuge, die seit November die Geschäftsführerin ist.

Welches Konzept hat der Betreiber für Lauta vorgesehen?
Die Asylunterkunft im BuDZ-Gebäude soll durch einen Hausmeister, durch Dolmetscher und Sozialarbeiter betreut werden. Zudem wird es einen Sicherheitsdienst geben, der vor allem auch nachts aktiv wird. Für die Sozialarbeiter-Stellen sollen beispielsweise geeignete Fachkräfte aus der Region angeworben werden, wie Kerstin Zeuge erklärt. Einigen Bürgern reichten diese allgemeinen und kurzen Antworten zum Konzept einem Monat vor der Eröffnung des Heimes nicht aus. Die Geschäftsführerin führte aus: Drei Angebote von Sicherheitsfirmen würden Pro Shelter vorliegen, auch Bewerbungen auf die vorgesehenen Stellen im Heim gäbe es bereits. "Wenn das Objekt Mitte April öffnet, dann auch mit komplettem Personal", so Kerstin Zeuge, die auf die bisherigen Erfahrungen des Unternehmens in Freital oder anderswo verwies. Außerdem soll ein Bürgertelefon für Anfragen im Heim eingerichtet werden, es wird Kennenlerntreffen und Integrationsangebote geben.

Wie viele Personen werden im Heim untergebracht?
Insgesamt sollen 120 Personen im BuDZ-Gebäude Platz finden. Bevor die ersten Flüchtlinge kommen, wird es noch einen Tag der offenen Tür für die Bevölkerung geben. "Mittlerweile haben wir ein Händchen dafür, welche Nationalitäten wo zusammenpassen", erklärt Anke Bär, Integration-Sachgebietsleiterin des Landratsamtes Bautzen. Die größten Zuweisungen gäbe es derzeit aus Syrien, Iran, Irak und Eritrea, meist sind es Familien.

Wird es verstärkte Polizeipräsenz in Lauta geben?
Erfahrungen habe die Polizei bisher mit den Heimen in Hoyerswerda sammeln können, wie Polizeihauptkommissar Peter Reginka vom Hoyerswerdaer Revier erklärt. Dort habe die Polizei die Lage gut im Griff. Der Zuständigkeitsbereich der Hoyerswerdaer Polizei belaufe sich aber auf etwa 720 Quadratkilometer: "Wir werden lageangepasst hier tätig werden", so Reginka.

Wie kann Integration gelingen?
Der Internationale Bund, der auch das IB-Jugendhaus in Lauta betreut, will Schnittstelle zwischen Bürgern und Betreiber sein. Es gibt ein Konzept, auch um verschiedene gemeinsame Angebote für Asylbewerber und Bürger zu schaffen. Engagiert ist ebenfalls das Lautaer Bündnis "Menschen für Menschen". Auch sollen Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge eingerichtet werden, Gespräche mit der Stadt und dem Landkreis würden dazu geführt.

www.lr-online.de/fluechtlinge

Zum Thema:
In der Stadt Hoyerswerda leben laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Bautzen derzeit knapp 650 Flüchtlinge. So waren Mitte März 460 Asylbewerber im Objekt an der Thomas-Müntzer-Straße registriert. Im Wohnheim an der Dillinger Straße leben derzeit 129 Flüchtlinge und in der Notunterkunft an der Beethoven-Straße 57 Menschen. Zudem sind in Hoyerswerda 39 Asylbewerber in Wohnungen untergebracht, weitere 62 leben in Wohnungen in Bernsdorf, in Lauta ist nur eine Person dezentral untergebracht. Damit ist die Zahl der Flüchtlinge in der Region Hoyerswerda gegenüber dem Vormonat insgesamt leicht gesunken. Im gesamten Landkreis Bautzen leben derzeit 3050 Asylbewerber, darunter knapp 180 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die in separaten Wohnheimen in Neukirch, Döberkitz, Kamenz und anderswo betreut werden.

Zum Thema:
In der Nacht zu Donnerstag haben Unbekannte an der künftigen Asylunterkunft in Lauta Feuer entfacht. Im Erdgeschoss haben die Täter versucht, zwei Fensterrahmen in Brand zu setzen. Die Flammen erloschen von selbst, ohne größeren Schaden anzurichten. Die Tat fiel am Vormittag einem Zeugen auf, der die Polizei informierte. Weitere Zeugen werden gesucht.