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Besucher halten in der Schrotholzscheune inne

Besinnliches Passionsliedersingen mit dem Seidewinkler Chor in der Bergener Schrotholzscheune.
Besinnliches Passionsliedersingen mit dem Seidewinkler Chor in der Bergener Schrotholzscheune. FOTO: T. Richter-Zippack/trt1
Bergen. Fast bis auf den letzten Platz war am Gründonnerstag die Bergener Schrotholzscheune besetzt. Kein Wunder, hatten doch Gastgeberin Birgit Pattoka und Friedhart Vogel, Superintendent im Ruhestand, zur mittlerweile 16. Passionsandacht mit deutsch-sorbischem Liedersingen eingeladen. trt1

Mit von der Partie war der Chor aus dem benachbarten Seidewinkel, der ebenfalls Stücke in beiden Sprachen präsentierte.

Im Geiste dabei war auch der langjährige Hoyerswerdaer Pfarrer Nagel, der einst von Beginn an diesen besonderen Gottesdienst zelebrierte. In einer Internet-Botschaft ließ der pensionierte Kirchenmann aus seinem jetzigen Zuhause in Polen Ostergrüße ausrichten. Die zahlreichen Besucher, darunter nicht wenige aus Brandenburg, verspürten ob der einzigartigen Atmosphäre in der Schrotholzscheune, die bereits im 18. Jahrhundert ohne einen einzigen Nagel errichtet wurde, akute Gänsehautgefühle. Beispielsweise Manfred und Regina Pfeiffer aus Welzow: "Wir sind mindestens schon seit zehn Jahren Stammgäste", erklärte Pfeiffer. "Es ist diese besinnliche Einstimmung auf Ostern, die uns immer wieder hierher zieht." Auch Gertrud Tantau aus Hoyerswerda schätzt das feierlich-pathetisch anmutende Ambiente bereits seit mehreren Jahren: "Diese Atmosphäre gibt mir geistig richtig viel."

Friedhart Vogel mahnte in seiner Predigt die Respektierung des Zeitgefühls an. Ein angekündigter Osterspaziergang am Karfreitag im Hoyerswerdaer Zoo sei eben keiner. Ebenso könne er nicht nachvollziehen, warum nach dem Aschermittwoch noch immer Karneval gefeiert werde. "Alles zu seiner Zeit", betonte der Kirchenmann.

Darüber hinaus durften die Besucher auch die aktuelle Osterausstellung in der Schrotholzscheune bewundern. In diesen Wochen lädt die Siegerkollektion des Jahres 2012 aus dem Wettbewerb zum schönstes sorbischen Osterei zur Besichtigung ein. Darüber hinaus hatte Birgit Pattoka mit ihrer Familie sowie weiteren fleißigen Frauen aus mehreren Elsterheider Dörfern für ein festliches Ambiente gesorgt.