ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:40 Uhr

Hoyerswerda
Besonderes Konzert mit Ehrengast

Waltraut Elvers und Heinz Roy nach der Aufführung eines Werkes des 90-jährigen Komponisten.
Waltraut Elvers und Heinz Roy nach der Aufführung eines Werkes des 90-jährigen Komponisten. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Der Hoyerswerdaer Kunstverein begeistert mit einer klangvollen Jahresauftaktveranstaltung. Von Katrin Demczenko

Viele Besucher wohnten im Schlosssaal dem Besonderen Konzert zur Jahreswende bei, mit dem der Kunstverein seine Veranstaltungen im Jahr 2018 begonnen hat.

Kein Wunder bei der Künstlerliste: Es traten die Berliner Pianistin Heidemarie Wiesner mit sorbischen Wurzeln, die Bratschistin Waltraut Elvers und der Soloflötist der Elbland-Philharmonie Olaf Georgi auf. Sie spielten Uraufführungen von Heinz Roy, Jan Cyz, Ulrich Pogoda sowie Sebastian Elikowski-Winkler und stellten Werke von Jurij Winar, Detlef Kobjela und Jan Rawp vor. Alle von diesen Komponisten sind Sorben.

Der 90-jährige Heinz Roy aus Klitten, selber vor Ort im Schloss dabei, beteiligte sich sogar mit zwei Werken. Die drei Musiker Wiesner, Elvers und Georgie intonierten zunächst sein herrlich melodisches, Ruhe gebendes „Nachtgebet“, das allen Zuhörern friedliche Träume zu wünschen schien. Das Klaviersolo „Für Angela“, welches Heidemarie Wiesner darbot, begann mit einer einfachen Melodie, aus der der Komponist ein wahrhaft konzertantes Werk geformt hat.

Der Senior erzählte, dass er immer noch, teils am Klavier, teilweise auch ohne Instrument, komponiert „und täglich etwas fertig wird“. Er hat Freude daran, kreativ zu sein und die Aufführung seiner Stücke selbst miterleben zu können. Sebastian Elikowski-Winklers Komposition, die die Hörgewohnheiten der Besucher durchaus herausforderte, war Heinz Roy gewidmet, dessen runder Geburtstag im Mittelpunkt des Konzertes stand. Jan Cyz ehrte ihn mit seinem Werk ebenfalls und bezog auch Heidemarie Wiesner mit ein, die die ­Kammermusikreihe erfunden hat und bis heute künstlerisch gestaltet.

Olaf Georgi brillierte mit der Querflöte. Unter anderem spielte er die Allemande für Flöte solo aus der Partita a-Moll von Johann Sebastian Bach. Das ist das einzige Werk dieses Komponisten für ein Solo-Blasinstrument, erklärte der Berliner Autor Detlef Seydel, der als Moderator durch die Veranstaltung führte. Die Pianistin Heidemarie Wiesner und die Bratschistin Waltraut Elvers zeigten im ersten Satz der Arpeggione-Sonate a-Moll von Franz Schubert ihr Können. Der sanfte, klare Klang der Instrumente, der mal tänzerisch, mal kraftvoll zu hören war, erfüllte jeden Winkel des Schlosssaals und erreichte die Herzen der Zuhörer. Dass Waltraut Elvers auch das Violinenspiel beherrscht, war bei Detlef Kobjelas Trio Inquieto zu erleben. Es sollte die Zuhörer zu den geheimnisvollen Windgeistern aus der sorbischen Sagenwelt entführen. Das Publikum erklatschte am Schluss der Veranstaltung eine Zugabe.

Heidemarie Wiesner schafft mit der Kammermusikreihe schon seit 22 Jahren vor allem für moderne sorbische Musik eine Plattform. Mehr als 50 solcher Werke wurden bisher dafür geschrieben und sind uraufgeführt worden. Deshalb gibt die Stiftung für das Sorbische Volk Unterstützung. Heidemarie Wiesner kommt gern und oft nach Hoyerswerda, weil es hier ein für experimentelle und klassische Musik aufgeschlossenes Publikum gibt. Das sei ähnlich wie in Berlin und Leipzig, wo das Besondere Konzert zur Jahreswende noch erklingen wird.