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| 01:05 Uhr

Besoffen auf Schüler eingeprügelt

Hoyerswerda.. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung hat das Amtsgericht Hoyerswerda einen 37-jährigen und einen 28-jährigen Hoyerswerdaer zu 90 beziehungsweise 50 Tagessätzen à 15 Euro verurteilt. Christian Kassmann

Die Angeklagten kamen glimpflich davon, denn die Staatsanwaltschaft hatte ein höheres Strafmaß beantragt.
Am 27. Januar war der 17-jährige Gymnasiast Philipp R. auf der Heinrich-Heine-Straße unterwegs, als er von Bernd T. (37) - einem arbeitslosen Baumaler - und Ingo R. (28) - einem arbeitslosen Schlosser - überholt wurde. Was daraufhin bei einer körperlichen Auseinandersetzung genau passierte, darüber gingen die Erinnerungen vor Gericht auseinander. Die Angeklagten sagten, Philipp R. habe Bernd T. beim Vorbeifahren gerempelt und den beiden den „Stinkefinger“ gezeigt. Bernd T. habe dann Philipp R. zur Rede stellen wollen. Weil dieser gegen ihn die Hand erhob, schlug Bernd T. auf Gesicht und Brustkorb des schmächtigen Opfers ein. Ein ärztliches Attest belegt bei Philipp R. einen Bluterguss, Schwellungen am Hinterkopf, Schürfwunden und Schwellungen im Schulterbereich.
Anders erinnert sich Philipp R.: Die Angeklagten seien dicht an ihm vorbei gefahren. Er habe ihnen hinterher gerufen, sie sollten aufpassen. Weder habe er Bernd T. angerempelt, noch den „Stinkefinger“ gezeigt. Trotzdem habe ihn T. gegen einen Zaun geschubst und mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Ingo R. habe ihn am Weglaufen gehindert und dazu zwei Faustschläge ins Gesicht verpasst. Herbei gerufene Polizisten attestierten den Angeklagten einen stark angetrunken Zustand.
Drei Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung beantragte die Staatsanwaltschaft für die ihrer Meinung nach gefährliche Körperverletzung. Richter Bosco Näther sah jedoch kein gemeinschaftliches Handeln als Voraussetzung für diese Gefährlichkeit als nachgewiesen an. Er sprach die Angeklagten der vorsätzlichen einfachen Körperverletzung für schuldig. Zu ihren Gunsten wurde die Entschuldigung gegenüber dem Opfer gewertet.