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Berzdorfer See: Vom Tagebau zum Vogelparadies in der Lausitz

Görlitz. Der Berzdorfer See ist ein bedeutsames Rastgewässer für wildlebende, seltene Vogelarten. Nach mehr als 150 Jahren Braunkohleabbau wurde im Dezember 1997 die Kohleförderung am Tagebau Berzdorf eingestellt und mit der Flutung des Restlochs begonnen. red/br

Zu deren Ende hat sich der See zu einem international bedeutenden Rastgewässer wildlebender Vögel entwickelt, teilt Ina Ebert vom Nabu-Landesverband mit. Er erfülle die Kriterien eines Vogelschutzgebietes entsprechend der Richtlinie über die Erhaltung der wild lebenden Vögel und sollte entsprechend geschützt werden.

1,8 Prozent des deutschen Winterbestandes der Blässhühner auf dem See hat schon jetzt rechtliche Konsequenzen. Die Belange der Vögel müssen demzufolge bei möglichen Planungen am See berücksichtigt werden. Bisher ist dies durch einen Verzicht der Nutzung der Wasserfläche von November bis März schon teilweise erfolgt. Bei dem jetzigen Verfahren zur Feststellung der Fertigstellung des Sees wird sich der Nabu konstruktiv, sachlich und kompetent einbringen, heißt es weiter.

Der Berzdorfer See ist mit maximal 72 Metern Tiefe und einer Fläche von 960 Hektar einer der größten Seen in Sachsen. Wer jetzt den Rundweg um den See wählt, kann in der Vogelwelt viel entdecken. Eindrucksvoll ist der morgendliche Abflug von etlichen Tausend nordischen Gänsen. In diesem Winter konnten 15 Entenarten festgestellt werden. Besonders auffällig sind Blässhühner, schwarze Rallenvögel mit weißer Stirn und weißem Schnabel. Während zur Brutzeit nur eine Handvoll der Vögel am See weilt, überwintern sie dort mit jährlich steigenden Zahlen, wie die Fachgruppe Ornithologie Görlitz erkundet hat. Angelockt werden sie durch die sehr gute Wasserqualität und das reiche Nahrungsangebot.

Außerdem bleibt der Berzdorfer See aufgrund seiner Größe und Tiefe noch eisfrei, wenn die meisten Teiche und Seen bereits zugefroren sind. In diesem Winter hielten sich etwa 8300 Blässhühner auf dem See auf - so viel wie auf keinem anderen sächsischen Gewässer und auch nur wenigen Gebieten deutschlandweit.