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Berührende Fotos in Schwarz-Weiß

Michael Kruscha, Besucherin Brigitte Hoysack und Kerstin Koletzki sprechen über die Fotos.
Michael Kruscha, Besucherin Brigitte Hoysack und Kerstin Koletzki sprechen über die Fotos. FOTO: K. Demczenko/dcz1
Hoyerswerda. Rund 60 großformatige Fotos von Kerstin Koletzki sind seit dieser Woche in der Ausstellungsreihe "Kunstraum" der Kulturfabrik im Bürgerzentrum Braugasse 1 zu sehen. "Atem" ist der Titel der Schau, für die die Fotografin mit analogen Kameras Momentaufnahmen in Schwarz-Weiß festgehalten. Katrin Demczenko / dcz1

Diese entstanden in den vergangenen 20 Jahren. Sie zeigen einfaches Landleben, Mädchenporträts sowie das überall beobachtbare Werden und Vergehen. Die Inspiration für alle Themen kommt aus ihrem Leben und dem ihrer Familie, erklärte die Künstlerin während der Vernissage. Der Pianist Philipp Standera und der Sänger Marco Heß aus Cottbus stimmten die Besucher mit sanften Songs auf die stillen Bilder ein.

Der Kurator der Ausstellungsreihe Michael Kruscha hielt die Laudatio.

Kerstin Koletzki hat in Berlin ab 1995 Kommunikationsdesign studiert und später einen Meisterkurs in Fotografie belegt. Seit 1999 stellt die 51-Jährige ihre intensiven Fotos, die verschiedene Aspekte des Daseins reflektieren, in ihrer Heimatstadt Berlin aus und kam nun erstmals nach Hoyerswerda. Sie verbindet auf ihren Bildern Menschen, Tiere, Geschirr oder Möbel mit scheinbaren Nebensächlichkeiten wie Ästen und Blumen. Licht und Schatten sowie die experimentellen Möglichkeiten ihrer analogen Kameras sind für die Fotografin wichtige Gestaltungsmittel. Die Kompositionen aus immer nur wenigen Details nehmen den Betrachter auf eine Fantasiereise mit. Evelin Prüger aus Hoyerswerda fand es jedenfalls schön, ihre Gedanken beim Betrachten der Aufnahmen spielen zu lassen. Sichtbar werden Gefühle wie Liebe, Schmerz oder eine melancholische Stimmung, die aus dem Wissen um die Vergänglichkeit alles Irdischen entspringt. Die Mädchenporträts zeigen die Wandlungen und die Schönheit, die der Entwicklung junger Menschen eigen sind.

Bis zum 20. Juli ist die von der Lausitzer-Seenland-Stiftung und der Ostsächsischen Sparkasse geförderte Ausstellung zu sehen.