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Bernsteinsee soll Frischwasser erhalten

Burghammer..  „Der Bernsteinsee braucht Flutungs wasser“  Eckhard Scholz, Regionalprojektleiter der LMBV Kathleen Weser


Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) will jetzt saures Wasser aus dem Bernsteinsee ableiten und ihm süßes zuführen. „Der braucht dieses Flutungswasser, um als Trinkwasserspeicher überhaupt in Betrieb genommen werden zu können“ , sagt Eckhard Scholz von der LMBV. Der See gehört zum Wasserspeichersystem Lohsa II, das künftig unter anderem die Trinkwasserversorgung von Berlin absichern soll. Durch den Grundwasserwiederanstieg sei er aber schon bis kurz vor die unterste Einstauhöhe mit besonders saurem Wasser gefüllt. „Aktuell beträgt der Wasserstand 107,41 über Normalnull“ , erklärt der Projektleiter. Den Sanierungsplänen zufolge soll sich der Wasserspiegel im Restloch Burghammer zwischen minimal 107,5 und maximal 109 Metern über Normalnull (NN) bewegen.
Das gegenwärtig sehr schnell in den See strömende Grundwasser bringe durch Auswaschungen schwefelhaltige Verbindungen aus dem Kippenboden in das Gewässer. Es versauere, so Scholz. Deshalb müsse jetzt gegengesteuert werden.
Die LMBV erwartet, dass die sächsischen Wasserbehörden in diesem Jahr das Ausleiten des sauren Wassers aus dem Bernsteinsee in die Kleine Spree unter strengen Auflagen genehmigen werden, erklärt Eckhard Scholz. Denn nur See-Wasser, das Qualität und Güte des Heimatflüsschens nicht negativ beeinträchtige, dürfe überhaupt abgeleitet werden.
Die technischen Voraussetzungen für die Inbetriebnahme des Restsees Burghammer als ersten Teil des gewaltigen Wasserspeichers Lohsa II mit einem Gesamtfassungsvermögen von 70 Millionen Kubikmetern seien geschaffen, so Scholz.
Die Wehranlage am Auslauf stehe. Noch erforderliche Restarbeiten am Ableitungssystem sollen nach Angaben des Bergbausanierers bis März abgeschlossen sein. Für den etwa 700 Meter langen Wasserlauf zwischen dem Wehr und dem Einlauf in die Kleine Spree seien 120 000 Kubikmeter Erde ausgehoben worden. Drei Millionen Euro seien investiert worden.
„Sieben Kubikmeter Wasser können hier am Seeauslauf in der Sekunde abgeschlagen werden“ , erklärt der Experte. „Das ist enorm viel“ , ergänzt er. Zuvor müsse der Bernsteinsee allerdings gereinigt werden. Über eine Konditionierungsanlage sollen dem See basische Stoffe, Kalk oder Asche, zugeführt werden, um das saure Wasser zu neutralisieren.