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Bernsdorfer Kitas im Zukunfts-Check

Bernsdorf. (cw) In Bernsdorf müssen Eltern für einen Kita-Platz jetzt mehr bezahlen. Grund sind die im vergangenen Jahr gestiegenen Betriebskosten in den vier Kindereinrichtungen der Stadt.

"Der Anstieg resultiert vor allem auch aus erhöhten Personalkosten. Das war bekannt, und damit war zu rechnen", erläutert Hauptamtsleiterin Gabriele Witschaß.

So kostet ein Krippenplatz künftig zehn Euro mehr pro Monat - statt bisher 172 Euro nun 182 Euro. Ähnlich sieht es beim Kindergarten aus. Hier erhöhte sich der Elternanteil von bisher 100 Euro auf 111 Euro. Die Kosten der Hortbetreuung steigen um vier Euro auf 62 Euro pro Monat.

Die erhöhten Summen müssen diesmal nicht noch durch den Stadtrat gebilligt werden. Denn dieser hatte vor eineinhalb Jahren für die Kita-Elternbeiträge ein prozentuales Anpassungsmodell erwählt. Laut Satzung müssen die Eltern in Bernsdorf 20 Prozent der tatsächlich anfallenden Kosten und jeweils 25 Prozent für einen Kindergartenplatz oder einen Hortplatz beisteuern. Steigen die Betriebskosten an, erhöhen sich automatisch auch die Elternbeiträge.

Die aktuellen Berechnungen nahm die Stadtverwaltung nun auch gleich zum Anlass, ihre vier Kindertagesstätten - zwei in Bernsdorf und jeweils eine in Straßgräbchen und Wiednitz - einem Zukunfts-Check zu unterziehen. "Wir haben uns die Frage gestellt: Werden unsere Kita-Plätze in den kommenden Jahren ausreichen? Muss neu gebaut werden, oder wird es Überkapazitäten geben?", benennt die Hauptamtleiterin die Fragestellungen.

Das Ergebnis des Checks ist beruhigend: Auch unter Einbeziehung aller aktuellen Entwicklungstendenzen ist Bernsdorf mit seinen derzeit 455 Kita-Plätzen gut aufgestellt. In die Überlegungen seien eine leicht angestiegene Fruchtbarkeitsziffer (mehr Kinder pro Frau) ebenso einbezogen worden wie der wieder ansteigende Bedarf an Betreuung, sagt Gabriele Witschaß. Laut der regionalen Statistiken besuchen 90 Prozent aller Kinder im Kindergartenalter und 51 Prozent der Steppkes im Krippenalter eine Kindertageseinrichtung.

Von den 455 Plätzen in den Bernsdorfer Kitas "Pfiffikus", "Kinderland", "Meisennest" und "Fuchs und Elster" sind derzeit 442 belegt. Somit gibt es nur 13 freie Plätze. "Wir sind gut ausgelastet", sagt die Amtsleiterin. Darunter sind 20 Kinder aus Asylbewerber-Familien, sieben Kinder werden aus fremden Gemeinden in Bernsdorfer Kitas gebracht. Im Gegenzug besuchen zehn Bernsdorfer Kinder Einrichtungen in anderen Gemeinden.

Im Rathaus ist nun viel gerechnet worden, um bis zum Jahr 2030 den voraussichtlichen Bedarf an Kita-Plätzen zu ermitteln. Ergebnis: Bis zum Jahr 2020 werden noch zirka 14 zusätzliche Hortplätze benötigt. Danach wird es ab 2025 vermutlich einen leichten Überhang an Kita- und Krippenplätzen geben.

Auf den kurzfristigen Bedarf an Hortplätzen will sich die Stadt nun einstellen - möglicherweise mit einer kleinen Hortaußenstelle. "Das ist ein lösbares und nur organisatorisches Problem", sagt Gabriele Witschaß. Einen großen Neubau oder Kapazitätserweiterungen muss Bernsdorf nicht ansteuern.