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| 18:32 Uhr

Auch Hoyerswerda soll profitieren
Landkreis Bautzen will Bernsdorf zum Speckgürtel Dresdens machen

 Das sind die 18 Kommunen der Wachstumsregion Kamenz-Radeberg. Sie alle erarbeiten mit dem Landkreis Bautzen ein neues Konzept, wie der Speckgürtel Dresdens attraktiver werden kann.
Das sind die 18 Kommunen der Wachstumsregion Kamenz-Radeberg. Sie alle erarbeiten mit dem Landkreis Bautzen ein neues Konzept, wie der Speckgürtel Dresdens attraktiver werden kann. FOTO: LR / Schubert
Bernsdorf. Der Landkreis Bautzen treibt die Entwicklung der Boom-Region am Rande Dresdens voran. Bernsdorf soll dabei eine wichtige Rolle spielen. Von Sascha Klein

Zurzeit arbeiten 18 Städte und Gemeinden im Westen des Landkreises Bautzen an einem Großprojekt. Mittendrin ist aus der Region Hoyerswerda nur eine Kommune: die Stadt Bernsdorf. Denn sie hat ein wirtschaftliches Schwergewicht in ihrem Stadtgebiet, das für die Kreisverwaltung besonders wichtig ist: den Klimakompressorenhersteller TDDK in Straßgräbchen. Weil dort rund 900 Menschen arbeiten und das Unternehmen zu den Weltmarktführern in Sachen Kompressoren zählt, gehört Bernsdorf mit zu denjenigen Kommunen, die es besonders zu beleuchten gilt.

Was der Landkreis mit der kommunenübergreifenden Zusammenarbeit bezweckt: Er will sicherstellen, dass Fachkräfte, die in den kommenden Jahren vor allem in den Süden und Westen des Landkreises kommen werden, gute Bedingungen vorfinden. Die Kommunen sollen einen gemeinsamen Plan unter anderem für bedarfsgerechtes Wohnen, für die Entwicklung der sozialen Infrastruktur und die Gewährleistung von Versorgung und Mobilität erarbeiten. Das bedeutet: Es muss genügend Wohnraum vorhanden sein, es müssen ausreichend Schul- und Kitaplätze vorhanden sein, Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten und Verkehrsinfrastruktur. Bernsdorf reagiert im Rahmen dieses Siedlungsentwicklungskonzeptes jetzt bereits: „Wir haben jetzt den Weg für ein neues Wohngebiet in der Friedrich-Engels-Straße frei gemacht“, sagt Bernsdorfs Bürgermeister Harry Habel (CDU). 24 neue Grundstücke stehen zur Verfügung, für 17 gibt es bereits Interessenten, betont der Verwaltungschef. Das heißt: Die Nachfrage ist auch in Bernsdorf vorhanden. „Unser Ziel ist, dass wir 2019 Baurecht erreichen, sodass im Jahr 2020 gebaut werden kann“, so Habel weiter.

Ausgangspunkt des „Siedlungsentwicklungskonzepts für die Wachstumsregion Kamenz-Radeberg“ ist unter anderem die Expansion von Müller Milch in Leppersdorf, aber auch der Bau von Accumotive in Kamenz und eben die positive Entwicklung bei TDDK in Straßgräbchen. Den Gebietszuschnitt hat die Kreisverwaltung deshalb so gewählt, weil genau diese Städte und Gemeinden direkt im und am Dresdner Speckgürtel liegen. Es wird erwartet, dass diese Regionen in den kommenden Jahren deutlich vom Wirtschaftsstandort Dresden profitieren – zusätzlich dazu, dass auch Großunternehmen im Landkreis Bautzen selbst wachsen. Auf diese Entwicklung will sich der Landkreis Bautzen durch dieses Siedlungsentwicklungskonzept vorbereiten.

Bernsdorfs Bürgermeister Harry Habel hat noch ein weiteres Beispiel: die Verkehrsinfrastruktur. Er kämpft seit Jahren für eine dauerhafte Bahnverbindung von Dresden über Kamenz, Bernsdorf/Straßgräbchen nach Senftenberg – die Seenland-Bahn. Denkbar sei jetzt auch eine Verbindung zwischen dem Flughafen Dresden, der Lausitz und dem irgendwann funktionstüchtigen Berliner Flughafen BER, sagt Habel.

Die Stadt Hoyerswerda ist nicht Teil dieses Siedlungsentwicklungskonzepts. Trotzdem sei Hoyerswerda nicht außen vor, teilt die Kreisverwaltung auf RUNDSCHAU-Nachfrage mit. Hoyerswerda verkörpere gemeinsam mit Bautzen und Görlitz den Oberzentralen Städteverbund, gehöre damit schon zu den Orten höchster Kategorie und habe im Rahmen des Landesentwicklungsplans bereits vielfältige Aufgaben, zum Beispiel den der Gewährleistung der Daseinsvorsorge.

Noch ist die Konzeption nicht öffentlich. Die Kreisverwaltung und auch die betreffenden Städte und Gemeinden beraten in diesen Wochen den ersten Entwurf der Konzeption, der in den vergangenen Monaten erarbeitet worden ist. Anschließend will die Kreisverwaltung gemeinsam mit den Kommunen über das Herangehen für den Start der Umsetzung beraten, teilt Landkreis-Sprecherin Sarah Günther mit.

Die Stadt Bernsdorf hat bereits ein erstes übergreifendes Projekt im Auge, sagt Bürgermeister Harry Habel. Gemeinsam mit Königsbrück, Oßling und Laußnitz will Bernsdorf im Jahr 2020 eine Netzwerkstelle Wirtschaftsförderung schaffen, um auf diesem Gebiet enger zusammenzuarbeiten. Zum Hintergrund: Bernsdorf möchte unter anderem in Straßgräbchen das Industriegebiet erweitern und nach dem Abriss der Zinkweiß-Brache auch dieses Areal für die Zukunft entwickeln.