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Bernsdorf
Bernsdorf will Ruine abreißen

Bernsdorf. Zinkweißhütte soll aus dem Stadtbild verschwinden. Dafür ist Fördergeld beantragt.

(cw) Eine der größten noch vorhandenen Industriebrachen in Bernsdorf - die 1991 stillgelegte Zinkweißhütte - soll endlich aus dem Stadtbild verschwinden. Dafür hatte sich der Bernsdorfer Stadtrat ausgesprochen. Nun hat die Verwaltung den Plan weiter vorangetrieben und einen Fördermittelantrag beim Freistaat Sachsen eingereicht. Das bestätigt Kämmerer Dirk Wuschansky.

Die Kommune hofft auf eine 90-prozentige Förderung für das Vorhaben aus einem neuen Fördertopf zur Beseitigung solcher städtebaulichen Missstände wie am Ortseingang der Kleinstadt.

Der Abriss der hässlichen Ruinen, die seit zwei Jahrzehnten verfallen und mit großen Müllablagerungen zur Gefahrenquelle geworden sind, wird allerdings Millionen kosten. Aktuelle Schätzungen bezifferte der Kämmerer auf rund 2,1 Millionen Euro Abrisskosten. Die Stadt hofft dementsprechend auf eine Zuwendung vom Land in Höhe von 1,9 Millionen Euro und hat das vorsichtshalber schon mal in ihren Haushaltsplanentwurf für 2018 aufgenommen.

Kompliziert ist allerdings noch die rechtliche Situation, denn die Stadt Bernsdorf ist förmlich kein Eigentümer der Industriebrache. Der frühere Eigentümer der Ruinen wurde kürzlich aus dem Handelsregister gelöscht. Erst dies macht ja auch möglich, dass die Stadt nun ihre Absicht zum Rückbau verfolgen kann. Dennoch ist die Eigentumsfrage nicht klar. Bürgermeister Harry Habel hatte dazu unlängst erklärt, dass sich die Stadt mit ihrem Grundsatzbeschluss, die Industriebrache anfassen zu wollen, zu nichts verpflichte. „Wir entscheiden selbst, ob wir letztlich wirklich abreißen wollen und was die Modalitäten dazu sind.“

Denn klar ist auch: Die Kommune wird die Brachen lediglich bis zur Oberkante der Bodenplatte entfernen lassen. Denn unter den baulichen Anlagen wird eine schwierige Altlast im Boden vermutet .Das jedoch wäre wohl ein ganz neues und noch wesentlich teureres Kapitel der Brachensanierung.