| 02:39 Uhr

Plötzlicher Geldsegen
Bernsdorf droht Reichensteuer

Herzliche Worte und ein Geschenk zum Abschied bekam Kämmerer Kay Kühne (r.) von Bernsdorfs Bürgermeister Harry Habel kürzlich am Rande der Stadtratssitzung überreicht. Als eine seiner letzten Amtshandlungen hatte der Kämmerer dort die Haushaltsplanung für das Jahr 2018 umrissen.
Herzliche Worte und ein Geschenk zum Abschied bekam Kämmerer Kay Kühne (r.) von Bernsdorfs Bürgermeister Harry Habel kürzlich am Rande der Stadtratssitzung überreicht. Als eine seiner letzten Amtshandlungen hatte der Kämmerer dort die Haushaltsplanung für das Jahr 2018 umrissen. FOTO: cw
Bernsdorf. Plötzlicher Geldsegen bringt nicht immer nur eitel Freude, sondern vor allem bei Kommunen auch ein paar Sorgenfalten mit sich: Mit dieser Erkenntnis muss sich die Stadt Bernsdorf für ihre kommende Finanzplanung auseinandersetzen. Bernsdorf verzeichnet derzeit ein beachtliches Plus bei den Gewerbesteuereinnahmen. cw

Für das laufende Jahr wird statt der prognostizierten 6,9 Millionen Euro Gewerbesteuer wohl ein Plus in Höhe von mehr als drei Millionen Euro erwartet. Diese Zahlen nannte Bernsdorfs scheidender Kämmerer Kay Kühne kürzlich vor dem Stadtrat - und warnte vor dieser Situation zugleich: Denn spätestens im Jahr 2019 muss die Stadt voraussichtlich die sogenannte Reichensteuer an das Land abführen. Dann wird Bernsdorf mit großer Wahrscheinlichkeit als "abundant" eingestuft. Das ist der Fall, wenn eine Kommune ein größeres Steuerkraft-Aufkommen hat als ihr Finanzbedarf ist. In der Folge erhält die Gemeinde weniger oder gar keine Schlüsselzuweisungen und muss mit großer Wahrscheinlichkeit eine Abundanz-Umlage in den kommunalen Finanzausgleich abführen. Diese Reichensteuer wird im kommenden Jahr für Bernsdorf rund 870 000 Euro betragen, hat Kämmerer Kay Kühne errechnet. Damit setzt für Bernsdorf auch so etwas wie eine Zeitenwende ein.

Bislang hat die Kleinstadt aus dem Topf des kommunalen Finanzausgleiches eher etwas herausbekommen: Seit dem Jahr 2001 waren das insgesamt fast 25 Millionen Euro. Kay Kühne: "Jetzt muss Bernsdorf aufgrund guter Steuereinnahmen für den Finanzausgleich einzahlen." Bei der städtischen Haushaltsplanung sei deshalb auch in den nächsten Jahren Vorsicht geboten.

Seit inzwischen elf Jahren hat Kay Kühne das Finanzressort in Bernsdorf geleitet. Nun steht in der Kämmerei jedoch ein Wechsel unmittelbar bevor. Kay Kühne, der als Amtsleiter in das Rathaus seiner Heimatstadt Pulsnitz wechselt, hat am morgigen Freitag seinen letzten Arbeitstag für die Stadt Bernsdorf. Sein Nachfolger im Amt wird der 33-jährige Diplomverwaltungswirt Dirk Wuschansky aus Nebelschütz.