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| 02:38 Uhr

Bernsdorf droht ein Hausärzte-Mangel

Bernsdorf. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) hat Bernsdorf in puncto Hausärzte-Versorgung neu eingestuft. Galt die Stadt in den vergangenen Jahren stets als ausreichend allgemeinärztlich versorgt, ist das nun anders. Catrin Würz

Seit diesem Jahr wird der Kommune eine "drohende Unterversorgung" attestiert.

"Wir waren selbst überrascht, auf unsere wiederholte Nachfrage jetzt diese Antwort zu erhalten", erklärt die Bernsdorfer Hauptamtsleiterin Gabriele Witschaß. Das Bernsdorfer Rathaus hatte in den vergangenen Jahren mehrfach bei der KVS angefragt, weil Bürger häufiger davon berichteten, keinen neuen Hausarzt in der Stadt finden zu können. Die Antwort aus Dresden war bislang immer ernüchternd: Mit derzeit vier Allgemeinmedizinern und zwei Fachärzten für Inneres bedürfe es bei der hausärztlichen Versorgung keiner Veränderung.

Dass diese Einschätzung sich aber nun scheinbar doch gewandelt hat, obwohl in Bernsdorf zuletzt gar kein Arzt seine Praxis geschlossen hat, liegt an verschiedenen Kriterien. "Zum einen ist der Altersdurchschnitt angestiegen, so dass ein größerer Bedarf an Arztleistungen vorausgesetzt wird. Zum anderen sind Ärzte näher an das Renteneintrittsalter gerutscht. Beide Faktoren ergeben nun rein rechnerisch die "drohende Unterversorgung", erklärt Gabriele Witschaß.

Für die Stadt Bernsdorf hat dieses Prädikat einige ganz praktische Ausirkungen: Ab sofort würde die Neuansiedlung eines Arztes von der Kassenärztlichen Vereinigung finanziell gefördert. Jeder Allgemeinmediziner, der sich in Bernsdorf niederlässt, kann für eine neue oder übernommene Praxis Investitionszuschüsse geltend machen. Auch für die Gewährleistung eines Mindestumsatzes zahlt die KVS am Anfang Zuschüsse. Keine schlechten Argumente, um jungen Medizinern die Region schmackhaft zu machen, findet auch Bernsdorfs Bürgermeister Harry Habel..

Bernsdorf geht nun offensiv auf Arztsuche: Die Stadt hat Informationsschreiben an Universitäten und medizinische Hochschulen versendet und will als familienfreundliche Kleinstadt und mit größter Unterstützung aus dem Rathaus junge Ärzte werben.