Zum Landestreffen der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine Brandenburg-Berlin waren etwa 120 Bergleute aus 13 Vereinen in Berlin-Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen in Lauchhammer angereist. Im Habit mit Schachthut und Federbusch oder mit der traditionellen Schirmmütze und Berghäckel, Bergbarte und Grubenlampe marschierten sie in den neuen Park der Lausitzer Bergbau-Zeugen zu Füßen der Biotürm. In der sanierten kastellartigen Anlage war einst biologisch Abwasser aus dem Produktionsprozess der Großkokerei gereinigt worden. Nunmehr sind die Biotürme eine touristische Sehenswürdigkeit, die der Traditionsverein Braunkohle Lauchhammer um den Relikte-Park ergänzt hat.

"Die Kohle war prägend für Generationen. Und die Region hat vom Bergbau gelebt. Das muss auch so bleiben", sagte Bürgermeister Roland Pohlenz (parteilos) auf historischen Terrain. Vor 60 Jahren war mit dem Fischer-Tropsch-Verfahren zur Treibstoffproduktion und der Herstellung von Braunkohlen-Hochtemperatur-Koks (BHT) hier Spitzentechnologien der Braunkohlenveredlung realisiert worden. Heute steht auf der rekultivierten Industriebrache auch der Park, der Erinnerungen wecken soll. "Dieser Reliktepark soll mit seinen Ausstellungstücken an die über 100-jährige Geschichte des Braunkohlenbergbaus und der Braunkohlenveredlung im Revier Lauchhammer erinnern. Er soll der heutigen Generation zeigen, welche ingenieurtechnischen Leistungen im Revier erbracht wurden und unter welchen Bedingungen die Menschen gearbeitet haben", erklärte Konrad Wilhelm, Vorsitzender des Traditionsvereins Braunkohle Lauchhammer. Der Reliktepark solle erklären, "dass ohne den Bergbau auch in einer modernen Welt nichts gehe." Die Vereinsmitglieder wollen "in der gegenwärtig aufgeheizten Atmosphäre zur Energiewirtschaft" alles unternehmen, um Irrläufern nicht das Feld zu überlassen, damit eines Tages - politisch gewollt - nicht tatsächlich in der Lausitz das Licht ausgehe.