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Bergen bekommt seinen eigenen Kurzfilm

Bäuerin Katharina bekommt im Film von den Lutki Thorwig und Marcel das Nicht-Brot überreicht.
Bäuerin Katharina bekommt im Film von den Lutki Thorwig und Marcel das Nicht-Brot überreicht. FOTO: dcz1
Bergen. Das Sieben-Minuten-Amateurfilmfest der Kulturfabrik Hoyerswerda im Oktober 2017 wirft schon jetzt seine Schatten voraus, und betreute Mitarbeiter der Lausitzer Werkstätten gGmbH wollen daran zum zweiten Mal teilnehmen. Deshalb dreht die Videogruppe unter Anleitung des beim begleitenden Dienst arbeitenden ausgebildeten Kameramanns Martin Rattke einen Kurzfilm über die Geschichte von Bergen. Katrin Demczenko / dcz1

Auf das Thema haben sich die sechs Mitglieder der Videogruppe selbst geeinigt, sagte Martin Rattke, und der betreute Mitarbeiter Tassilo begründete die Entscheidung mit den Worten: "Wir arbeiten täglich im Betriebsteil Bergen und wollen etwas über den Ort wissen". Dazu besuchten alle zuerst Birgit Pattoka, die Besitzerin der Schrotholzscheune und Tassilo machte mit ihr ein Interview. "Andere betreute Mitarbeiter führten nach meiner Einweisung die Kamera oder filmten mit ihren Handys", sagte Martin Rattke. Die Ersterwähnung des sorbischen Bauerndorfes war 1744 und damals gehörte es zur Herrschaft Hoyerswerda, berichtete Birgit Pattoka. Das benachbarte, an der Schwarzen Elster liegende, Neuwiese ist einige Jahrhunderte älter und kämpfte öfter mit Hochwasser. Deshalb zogen einige Ortsbewohner auf eine nahe gelegene Anhöhe und gründeten Bergen. Ein Hügel in der Nähe dieses Dorfes gilt als Zuhause der sorbischen Lutki, erfuhr die Videogruppe.

Zu diesen Sachverhalten entwickelten die betreuten Mitarbeiter mit Martin Rattke drei Spielszenen, organisierten Kostüme und legten Drehorte fest. Am vergangenen Freitag waren sie verkleidet als Bauern, Gutsherr und Lutki in Hoyerswerda und Umgebung zum Filmen unterwegs.

Die Lutki-Szene entstand in Bergen auf dem Hof einer ehemaligen Praktikantin der Lausitzer Werkstätten. Der Werkstätten-Mitarbeiter Marcel besichtige dort mit Martin Rattke den Drehort und legte die alte Scheune als Hintergrund für die Filmaufnahmen fest. Seine Kollegin Katharina suchte aus dem von der ehemaligen Theatergruppe der Werkstätten vorhandenen Kleiderfundus Rock und Bluse als Bäuerin aus. Leichter hatten es Marcel und als Gastschauspieler der dreijährige Thorwig mit der Kostümwahl, denn sie trugen Kittel der Lutki, die Birgit Pattoka der Gruppe für die Filmaufnahmen geliehen hatte. Martin Rattke verteilte Tassilo, Ronny und Sabine von der Videogruppe als Kameraleute rund um den Set. Sie einigten sich, wer welchen Schwerpunkt der Szene aufnehmen wollte und die Bäuerin Katharina begann, Holz aufzusammeln. Dann liefen die beiden Lutki los und überraschten die Bäuerin mit einem Nicht-Brot, das ihr der kleine Thorwig übergab.

Tassilo findet gut, dass er seine Fähigkeiten beim Filmen so vielfältig einbringen kann und Katharina freut sich über die Abwechslung, die das Projekt in ihren Alltag bringt. Martin Rattke, der den Schnitt und die Endbearbeitung des Filmmaterials übernehmen wird, möchte, dass der Beitrag aus den Lausitzer Werkstätten beim Amateurfilmfestival wie schon vergangenes Jahr gut abschneidet.