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| 15:46 Uhr

Bluno
Beim Löschangriff geschickt und flott

Erneuter Sieg: Die Mannschaft aus Bluno mit einem weiteren Pokal.
Erneuter Sieg: Die Mannschaft aus Bluno mit einem weiteren Pokal. FOTO: Feuerwehr Bluno
Bluno. Mit dem Feuerwehrsport einen Anreiz für neue Mitglieder schaffen: In Bluno klappt das ganz gut. Die Mannschaft ist erfolgreich. Von Anja Guhlan

Sorgsam prüfen die Kameraden ihre Ausrüstung. Jedes Detail muss an einem Wettkampftag an seinem vorgeschriebenen Platz liegen, auf den Millimeter ausgerichtet. Schließlich geht es bei den verschiedenen Wettkämpfen um Sekunden. „Nach dem Schlagen der Startklappe weiß jeder, was zu tun ist“, sagt Sebastian Lewa, einer der Sportler.  Zwölf der insgesamt rund 85 Kameraden der Blunoer Wehr engagieren sich im Feuerwehrsport. „Wir sind inzwischen die zweite Generation in Bluno. Einst haben unsere Väter in den 1980er-Jahren mit dem Feuerwehrsport begonnen“, so Thomas Kubicki. Der 44-Jährige betreibt den Feuerwehrsport gerne, auch deshalb, weil dieser Sport mehr junge Mitglieder in die Feuerwehr zieht. Unter den zwölf Feuerwehrsportlern befinden sich immerhin sechs Männer unter 30 Jahren.

Trainiert wird in der Saison von Mai bis Oktober immer zweiwöchentlich. Dazu kommen im Durchschnitt acht bis zehn Wettkämpfe im Jahr. Bluno tritt nur in der Disziplin „Löschangriff nass“ an. Der Ablauf ist immer derselbe: Der erste Feuerwehrsportler kümmert sich darum, den Saugschlauch ins Wasserfass zu halten. Der Zweite führt die Kupplung zusammen, der Maschinist bedient die Pumpe, während der B-Läufer sich um die Zwischenkupplungen kümmert und der Nächste bereits mit dem Verteiler  in Richtung Ziel läuft. Die so genannten beiden Spritzer müssen die Schnellsten sein, denn sie laufen etwa 100 Meter zum Schlauchende und spritzen dann zehn Liter Wasser in eine Füllvorrichtung.

Seit 20 Jahren macht das die Mannschaft jetzt, und ihre Bestzeit liegt inzwischen bei 20,94 Sekunden. Diesen Mannschaftsrekord haben die Blunschen im Jahr 2014 in Wittenberg beim Supercup aufgestellt. Je nach Pumpe und vorhandener Technik, die sich die Kameraden im Übrigen selbst finanzieren, sollte eine Zeit unter 21 Sekunden geschafft werden. „Das ist zumindest immer unser angestrebtes Ziel“, erklärt Thomas Kubicki, der sich als B-Läufer um die Kupplungen kümmert.

Die Feuerwehrsportler aus Bluno sind recht erfolgreich. Zahlreiche Pokale zieren mehrere Zimmer im Feuerwehrdepot. Die Blunoer haben seit dem Jahr 2012 auch sechs Mal in Folge den Feuerwehrcup Sachsen gewonnen. In diesem Jahr landeten die Sportler auf dem zweiten Platz.

Ihr bisher größter Erfolg: der dritte Platz beim Supercup in Wittenberg, bei dem immer nur die ersten drei Gewinner der Ländercups der Ostländer teilnehmen dürfen. „Wir sind schon mächtig stolz auf diese Leistung. Wir freuen uns aber auch, dass wir gerade durch den Feuerwehrsport neue Mitglieder gewinnen“, erzählt Michael Zippack, ein weiterer Sportler. Inzwischen wächst eine dritte Generation im Feuerwehrsport heran. Der 18-jährige Paul Gosdschan gehört dazu. „Solange es geht, führen wir diese Tradition weiter“, sagt er.

So wird weiter eifrig trainiert: Kraft, Koordination, Fingerfertigkeit und der Sprint. Zig Male wird der Löschangriff nass durchgespielt. Jede Position genau unter die Lupe genommen – neuerdings auch mit Videoanalyse. Nicht immer klappt alles nach den Vorstellungen der Mannschaft. Was aber bleibt, ist der Zusammenhalt der Truppe. „Die Kameradschaft untereinander ist uns sehr wichtig“, meint Udo Zippack, noch ein Sportler der Mannschaft. So schwelgt man beim gemeinsamen Grillen  nicht nur  gemeinsam in Erinnerungen, sondern  schwört sich einmal mehr auf die Zukunft ein. „Wir hoffen, dass wir alle fit bleiben und würden gerne noch den einen oder anderen Pokal gewinnen“, lacht Michael Zippack.

Der Ehrgeiz ist bei allen Kameraden da. „Am Ende ist es nicht nur ein Leistungsvergleich. Es ist auch eine Art Vorbereitung auf echte Einsätze. Umso besser der Ablauf klappt, desto routinierter ist man auch im Einsatz“, sagt Sebastian Lewa abschließend.