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| 13:32 Uhr

Workshop vom Filmverband Sachsen
Beim Filmworkshop entstehen neue Lausitzer Geschichten

Roni Sulaiman, Angela Schuster, Kristin Kohl und Katja Felsch (v.l.n.r.) planen ihren Film.
Roni Sulaiman, Angela Schuster, Kristin Kohl und Katja Felsch (v.l.n.r.) planen ihren Film. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Dokumentation, Horrorfilm oder Musikvideo – am Freitag werden im Hoyerswerdaer Kufa-Saal fünf cineastische Werke erstmals gezeigt. Laien haben daran mit Profis gearbeitet. Von Katrin Demczenko

Kurzfilme drehen macht Freude und im „My Story“-Workshop vom Filmverband Sachsen mit sechs Profifilmern als Mentoren ist eine ansprechende Umsetzung der Ideen garantiert. Rund 20 Teilnehmer aus Deutschland und Syrien lernen in der Kulturfabrik (Kufa) Hoyerswerda eine Woche lang, sich kreativ filmisch auszudrücken, erklärt die „My Story“-Projektleiterin Kristin Eubling aus Dresden. Am Freitag, 6. Juli, ab 16.30 Uhr werden fünf cineastische Werke im Kufa-Saal erstmals gezeigt. Eintritt wird dafür nicht erhoben.

Mit der hier vorhandenen Kameratechnik entstehen in dem Workshop unter anderem eine Dokumentation über Kunstwerke in Hoyerswerda, ein Horrorfilm und ein poetisches Musikvideo. Inhaltlich sind die Filme verschieden. Aber hergestellt werden sie auf die gleiche Weise, erläutert Kristin Eubling: Alles beginnt mit einer Idee, die die Gruppen zu einer spannenden Geschichte entwickeln müssen. Dann ist ein Storyboard der einzelnen Szenen zu zeichnen und Requisiten sowie Kostüme sind zu besorgen. Und erst wenn die Drehorte feststehen, werden dort Ton- und Filmaufnahmen gemacht, die am Schluss zu schneiden und zu einem Film zusammenzufügen sind. Viel Arbeit also für die Teams.

Die Hoyerswerdaer Filmemacherin Angela Schuster verwirklicht als Anleiterin mit Kristin Kohl und ihren Mitstreitern eine Geschichte, die sich aus einem Auftritt des Kufa-Bürgerchores im Februar 2018 ergeben hat. Sie hatte diese Aufführung gefilmt und war von einem Beitrag besonders beeindruckt. Kristin Kohl hatte das Gedicht „Zwischen den Zeilen des Lebens“ von Manfred Kyber vertont und zusammen mit dem Chor vorgetragen. Nun entsteht um den nachdenklichen Inhalt dieser Verse und die Konzertaufnahme ein Musikvideo, das im Bröthener Wald gedreht wird. Erzählt wird die Geschichte eines Mädchens und eines Jungen, die unabhängig voneinander an einem Ort zwischen zwei Bäumen kleine Lieblingsspielzeuge verstecken. Erst als Erwachsene, dargestellt von Katja Felsch und dem Syrer Roni Sulaiman, führt sie das Schicksal wieder an diesen Platz und sie begegnen sich zum ersten Mal.

Der Streifen wird dank des Liedes mit seiner eindringlichen Botschaft ohne die Sprache der Schauspieler auskommen, sagt Kristin Kohl, die über die Kufa schon erste Erfahrungen mit der Filmproduktion gesammelt hat. Roni Sulaiman ist auf diesem Gebiet noch ein Neuling. Er will wissen, wie ein Film entsteht und wie es sich anfühlt, vor einer Kamera zu stehen.

Das ist für den 13-jährigen Jonny vom Lessing-Gymnasium und einige seiner Mitschülerinnen nichts Neues mehr, denn sie filmen innerhalb des Kulturschulprojektes mit der Kufa regelmäßig. Nun produzieren die Jugendlichen mit dem Filmemacher Erik Schiesko aus Cottbus einen Horrorkurzfilm. Für den Dreh haben die Schüler den verlassenen Ort Haidemühl am Rand des Tagebaus Welzow-Süd gewählt, „denn er ist das perfekte Geisterdorf“, erzählt Jonny. In Vorbereitung der Filmaufnahmen hatte er mit anderen Workshopteilnehmern Schauspielunterricht bei Erik Schiesko, damit morgen vor der Kamera alles klappt.