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| 02:46 Uhr

Bei Pattokas gurrt es wieder

Birgit Pattoka setzt die erste Taube in die neue Wohnung ein. Es handelt sich um einen Schwarzen Elsterpurzler.
Birgit Pattoka setzt die erste Taube in die neue Wohnung ein. Es handelt sich um einen Schwarzen Elsterpurzler. FOTO: T. Richter/trt1
Bergen. Jeweils ein Paar Schwarze Elsterpurzler sowie Schöneberger sind jetzt ins Taubenhaus an der historischen Schrotholzscheune von Familie Pattoka in Bergen eingezogen. Volkskünstlerin Birgit Pattoka hofft auf baldigen Nachwuchs. Torsten Richter / trt1

Kaum zu Hause und schon hinter Gittern: Vier junge Vögel betrachten jetzt durch einen Drahtzaun aus ihrem mehrere Meter über dem Erdboden befindlichen Taubenhaus Pattokas Hof. "Die Tiere müssen sich erst an ihre Umgebung gewöhnen. Ohne das Gitter wären die Tauben weg und kämen wahrscheinlich auch nicht wieder", erklärt Züchter Siegfried Costrau aus Wiednitz. Der 64-Jährige hat die beiden Vogelpaare mitgebracht. "Meine Reservetiere", erklärt Costrau. Denn normalerweise würde er erst im Herbst Tiere abgeben, nicht aber im Frühjahr. Schließlich sollen die Vögel zu dieser Jahreszeit brüten. Genau das ist auch das Ziel von Glasmalerin Birgit Pattoka. "Wenn alles klappt, könnte es schon Mitte Juni soweit sein", rechnet die Bergenerin vor. Schließlich biete ihr zweistöckiges Taubenhaus noch reichlich Platz.

Die 49-Jährige muss jetzt jeden Tag auf die Leiter steigen, um den Tauben frisches Wasser und Futter zu bringen. Und zwar in originalen Rumtöpfen, die einst im Bernsdorfer Glaswerk hergestellt worden waren.

Mit Tauben kennen sich Pattokas aus. "Auf unserem Hof hatten wir früher auf dem Heuboden schon einen Taubenschlag", erinnert sich Mutter Anna Pattoka. Im Jahr 2000 sei das jetzige Taubenhaus direkt vor der historischen Schrotholzscheune, die als Museum und Glasmalwerkstatt dient, errichtet worden. Bauherr war Siegfried Costrau. Den massiven Stamm aus Eschenholz hatte damals der Bergener Jörg Lindner gesponsert.

In den vergangenen Jahren haben Greifvögel die kleineren Vögel gerissen. "Wir werden dieses Jahr ganz besonders aufpassen", kündigt Birgit Pattoka an. Als Siegfried Costrau sie als "frischgebackene Taubenmutti" bezeichnet, lächelt sie. Denn für Tiere hat die 49-Jährige schon immer etwas übrig. Egal, ob für ihre fast 20 Jahre alte Katze oder für "Tschappa", den kleinen, aber lautstarken Hund. Siegfried Costrau überlässt die beiden Paare den Pattokas zu einem symbolischen Preis. "Auf dem Markt würde ein Paar zwischen 70 und 100 Euro kosten", rechnet der Wiednitzer vor. Er selbst züchte bereits seit einem halben Jahrhundert Tauben. Und seit 25 Jahren führt Costrau die Geschicke des Rassegeflügelvereins "Gut Zucht" aus Bernsdorf.

Manchmal tauche über dem historischen Gebälk, das bereits rund 250 Jahre alt ist, eine Wildtaube auf. Dann starren die Taubenhaus-Bewohner gebannt in diese Richtung. Dass sie sich bereits ein paar Minuten nach dem Bezug ihrer neuen "Wohnung" wohlfühlen, beweist ihr melodisches Gurren. "Ich denke, dass es die beiden Paare bei euch richtig gut haben werden", sagt Siegried Costrau zu Birgit und Anna Pattoka schmunzelnd.