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Bedarf an Rettern wächst im Seenland

Lebensrettende Maßnahmen so zu üben, dass sie im Ernstfall klappen, gehören zur Ausbildung der Wasserwacht. Der bevorzugte Ausbildungstag sei aber durch Entscheidungen des Lausitzbades nun infrage gestellt, so Wasserwacht-Chef Hagen Aust.
Lebensrettende Maßnahmen so zu üben, dass sie im Ernstfall klappen, gehören zur Ausbildung der Wasserwacht. Der bevorzugte Ausbildungstag sei aber durch Entscheidungen des Lausitzbades nun infrage gestellt, so Wasserwacht-Chef Hagen Aust. FOTO: Heinz Hirschfeld/hir1
Hoyerswerda. Nachwuchssorgen gehören bei der DRK-Wasserrettung Hoyerswerda der Vergangenheit an. Derzeit hat der drittgrößte Ortsverein Sachsens 145 Mitglieder. Zurzeit wird für ein Wasserrettungskonzept erarbeitet, in dem das Seenland eine große Rolle spielt. Heinz Hirschfeld / hir1

In den 60er-Jahren wurde die Ortsgruppe als Wasserrettungsdienst gegründet, um Menschen vor dem Tod des Ertrinkens zu bewahren. Heute sind die Aufgaben enorm vielfältiger geworden. "Vor allem mit der Erschließung und dem Ausbau des Seenlandes tendieren unsere Aufgaben zur Befähigung junger Menschen zum Rettungsschwimmer und um ‚Erste Hilfe‘ zu leisten", erklärt Hagen Aust. Der Chef der Ortsgruppe Hoyerswerda trat dem Wasserrettungsdienst 1980 bei - als Siebenjähriger. Heute ist er der erfahrenste Rettungsschwimmer der Wasserwacht Hoyerswerda. Das Klischee vom herumsitzenden Rettungsschwimmer kennt er, weist aber darauf hin, dass ein Großteil der Arbeit nun einmal aus einer Beobachtung des Badebetriebes bestehe. Aber im Ernstfall müssen sie schnell sein, um Leben retten zu können. Ziwschendurch würden auch häufiger kleine Verletzungen behandelt.

Mit 145 Mitgliedern ist die Hoyerswerdaer Wasserwacht die drittgrößte Ortsgruppe der Rotkreuz-Rettungsschwimmer in Sachsen. Nachwuchssorgen kenne man nur aus der Vergangenheit, ist Aust zufrieden und sieht dass vor allem durch den guten Ruf erreicht. Man danke den Mitgliedern von Zeit zu Zeit auch durch Ausflüge, beispielsweise zum Hochseilgarten Merkers oder zum Klettern in der Sächsischen Schweiz. "Für die Größeren ist auch mal toll Essen gehen in Cottbus drin. Das alles festigt unseren guten Zusammenhalt."

Probleme sieht Aust eher bei den Trainingseinheiten. Die Wasserwacht sei der zweitgrößte Nutzer des Lausitzbades. Ab Freitagnachmittag bis in den Abend hinein werden Kinder- und Jugendgruppen auf zwei Bahnen schrittweise zu Rettungsschwimmern ausgebildet. Der Termin sei ideal für Studenten, Montagearbeiter, Kinder und Schüler, da samstags kein Schulunterricht ist. Vonseiten des Lausitzbades werde aber genau dieser Tag in frage gestellt.

Dabei sieht Aust den Bedarf an Rettungsschwimmern wachsen. Um die Aufgaben durch das wachsende Angebot im Seenland erfüllen zu können, bräuchte man eigentlich die doppelte Mitgliedzahl. Und auch anderer Stelle hakt es: Das Einsatzboot der Wasserretter ist 22 Jahre alt, die Finanzierung für ein neues Boot aber noch nicht geklärt, bedauert Aust.