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Bauverzug an der Elbebrücke

Ein Teil des nachgebauten „Auges“ .Das „Auge“ ist schuld an der Bauverzögerung. Umfangreiche Prüfungen für diese besondere Konstruktion sind nötig und gegenwärtig immer noch nicht abgeschlossen.
Ein Teil des nachgebauten „Auges“ .Das „Auge“ ist schuld an der Bauverzögerung. Umfangreiche Prüfungen für diese besondere Konstruktion sind nötig und gegenwärtig immer noch nicht abgeschlossen. FOTO: ClausFotomontage: Straßenbauverwaltung Sachsen
Mühlberg.. Jetzt ist es offiziell bestätigt worden: Die Elbebrücke Mühlberg wird nicht, wie ursprünglich vorgesehen, im Dezember dieses Jahres übergeben. Hintergrund sind nach RUNDSCHAU-Informationen komplexe Untersuchungen vor dem Einbau des so genannten „Auges“ . Frank Claus

Das ist der große Doppelpfeiler direkt an der Mühlberger Uferkante des Elbstroms.
Schon vor Jahresfrist ahnten die Bauleute, dass dieses Teilstück erhebliche Probleme bringen könnte. Bis dahin waren sie beim Aufbau der übrigen Brückenpfeiler trotz Hochwassers zu Beginn der Baumaßnahme recht gut vorangekommen. Am Jahresende hieß es aus der Führungsebene gar: „Wir liegen im Plan.“
Nach vorsichtigen Prognosen war für den Frühsommer der Brückenschluss - also das Einschieben des Mittelstücks - angekündigt worden.
Das alles gerät nun aus den Fugen und sorgt in Mühlberg längst für Gesprächsstoff. Die Konstruktion des „Auges“ ist nach RUNDSCHAU-Informationen so in der Praxis noch nie realisiert worden und bedarf mehrerer Prüfungen. Dazu wurde neben zahlreichen Berechnungen auch ein Praxisversuch gestartet. Dafür ist der untere aus Beton bestehende Fuß als Modell nachgebaut worden. Das drei Meter hohe Testobjekt ist in Höhe und Tiefe mit dem Original identisch. Im dritten Maß misst es nur ein Drittel.
In dem Gelenkstück wird später sehr viel Stahlbewehrung in Kombination mit selbstverdichtendem Beton verbaut. Um zu sehen, wie letzterer im Innern reagiert, wurde das Teststück nach dem Aushärten durchgesägt. Das geschah gestern mit spezieller Technik und das optische Ergebnis erfüllte die Erwartungen.
Doch nun gibt es weitere Detailuntersuchungen. So werden unter anderem auch Proben aus dem Modell entnommen und genauer von Fachleuten der TU Dresden untersucht. Das alles braucht Zeit.
Immerhin war die gewählte Brückenkonstruktion nicht etwa nur ein „Spleen“ der Architekten, sondern sollte im weitesten Sinne auch einem mehrfachen Wunsch Rechnung tragen: Die Brücke soll nämlich fast „unsichtbar“ sein und so das Bild der Elbauenlandschaft möglichst wenig beeinträchtigen. Deshalb sei auch die schlanke Brückenform mit so wenig wie möglichen Pfeilern gewählt worden.
Vertreter des Straßenbauamtes Döbeln und des Landesbetriebes Straßenwesen Cottbus wollen am Freitag den momentanen Arbeitsstand und die nötigen Prüfverfahren genau erläutern. Zudem soll es Auskünfte zum Bau der Anschlussstraßen geben. Sicher wird dann auch die Anbindung des ins Auge gefassten Mühlberger Hafens eine Rolle spielen.
Ob man sich an diesem Tag ebenfalls zu einem neuen Fertigstellungstermin äußern wird, war gestern nicht in Erfahrung zu bringen.