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| 15:03 Uhr

Brückenbau
Bautzener Brücke wird eher fertig

Bautzen. An der Bundesstraße  156 übernehmen jetzt die Straßenbauer das Zepter. Das Brückenbauwerk selbst ist fast komplett. Ein früheres Nadelöhr ist Geschichte. Von Uwe Menschner

Nur selten kommt es vor, dass ein großes Projekt, an dem die öffentliche Hand beteiligt ist, vorfristig zum Abschluss kommt. An der Bautzener Zeppe­linstraße ist das anders. Der Ersatzneubau der Bahnbrücke, die über den viel befahrenen Abschnitt der B 156 im Süden der Kreisstadt führt, soll deutlich früher fertig werden, als ursprünglich geplant. Sieben Monate beträgt die Zeitersparnis, die die in Bautzen ansässige Hentschke Bau GmbH im Zusammenwirken mit der Bistra Bau GmbH & Co. aus Putzkau herausgearbeitet hat. „Die Freigabe kann voraussichtlich im Frühjahr 2019 erfolgen und nicht erst im Spätherbst“, sagt Projektleiter Oliver Franke.

Der im Januar 2017 begonnene Bau auf einer der Bautzener Hauptverkehrsachsen stellt den Verkehr auf eine harte Belastungsprobe. Dies umso mehr, als dass derzeit wieder einmal auch noch der Straßenabschnitt zwischen dem Kreisverkehr Schliebenstraße und der Friedensbrücke halbseitig gesperrt ist.

„Durch eine im Vergleich zur Vorgabe effizientere und zweckmäßigere Bautechnologie haben wir Zeit gespart. So mussten wir anstelle der zunächst vorgesehenen fünf Hilfsbrücken nur eine errichten“, erklärt Oliver Franke. Und weiter erklärt er: „Die besondere Schwierigkeit besteht darin, dass wir ,unter rollendem Rad‘ arbeiten. Die Sperrzeiten für die Bahnstrecke werden von der Deutschen Bahn drei Jahre im Voraus auf die Minute genau vorgegeben. Da darf nichts schief gehen.“

Besonders heikel sei es im Februar beim Einschieben eines Brückensegments bei Temperaturen von minus 15 Grad Celsius gewesen. „Es ist fast unglaublich, aber es hat funktioniert“, so der Projektleiter.

Mittlerweile ist der reine Brückenbau nahezu abgeschlossen, auf der Baustelle übernehmen demnächst die Straßenbauspezialisten der Bistra Bau GmbH das Zepter, die zusammen mit Hentschke als Bietergemeinschaft aufgetreten war.

Der Neuaufbau der Straße stellt durchaus auch eine Herausforderung dar, muss sie doch im Vergleich zu früher um etwa 70 Zentimeter abgesenkt werden. Die Straßenbreite wird 18,25 Meter und damit mehr als das Doppelte vor dem Bau betragen. In Verbindung mit einer lichten Höhe von 4,50 Metern stellt das frühere Nadelöhr für den Verkehr nach der Fertigstellung kein Hindernis mehr dar.

Die baulichen Voraussetzungen für eine mögliche künftige Elektrifizierung der Bahnstrecke Dresden-Görlitz wurden geschaffen – wie auch schon vor 17,18 Jahren beim Ausbau mehrerer Brücken im Bereich Kubschütz. „Damals dachten wir, dass die Strecke in fünf Jahren elektrifiziert sein würde“, erinnert sich Oliver Franke an eins seiner ersten Brückenbauprojekte.

Und genau dies ist der Wermutstropfen. Die von vielen Seiten geforderte Elektrifizierung steht noch immer in den Sternen. Die neueste Verlautbarung vom Deutsch-Polnischen Bahngipfel in Potsdam besagt, dass es im Juli „ein Treffen zu dieser Thematik“ geben soll. Beim Gipfel selbst habe sie kaum eine Rolle gespielt.

Auch hinsichtlich der Kosten weicht das Vorhaben vom Plan ab – allerdings nicht nach unten, sondern nach oben. 14 Millionen Euro und damit zwei Millionen mehr als ursprünglich geplant, soll die Brücke nach der jüngsten Verlautbarung der Deutschen Bahn AG kosten.