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| 02:43 Uhr

Bautzener Archive stellen Urkunden online

Die Leiterin des Archivverbundes Bautzen, Grit Richter-Laugwitz, präsentiert stolz eine der digitalisierten Urkunden.
Die Leiterin des Archivverbundes Bautzen, Grit Richter-Laugwitz, präsentiert stolz eine der digitalisierten Urkunden. FOTO: Stadtverwaltung Bautzen
Bautzen. Der Archivverbund Bautzen geht mit der Zeit: Ab sofort können Geschichtsinteressierte Tausende Katalogeinträge und Urkunden des Stadtarchivs und des Staatsfilialarchivs bequem von Zuhause aus nutzen und sich weltweit zeit- und ortsunabhängig informieren, welche Bestände und Archivalien der Archivverbund beherbergt. Uwe Menschner / ume1

Nachdem bereits im Juli 2015 die Kataloge des Staatsfilialarchivs Bautzen online gestellt wurden, zieht das Stadtarchiv jetzt nach und geht sogar noch einen Schritt weiter: Zukünftig können sich potenzielle Nutzer über das vorhandene Archivgut im "Archivportal-D" informieren. Das Portal ist Teil der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) und für Archive seit einem Jahr nutzbar.

Inzwischen haben sich 500 Archive darin registriert, davon stellen 70 Archive ihre Archivalien online vor. Das bedeutet, dass aktuell bereits mehr als zehn Millionen recherchierbare Katalogeinträge verfügbar sind. Davon kommen circa 11 000 aus dem Stadtarchiv Bautzen, das vor allem Bestände aus der Zeit vor 1945 online gestellt hat. Darunter befinden sich auch die frühesten Bautzener Urkunden von 1256 bis 1528.

Die Urkunden sind darüber hinaus mit dem digitalen Urkundenportal "monasterium" verknüpft - dem größten Portal dieser Art weltweit. Hier können aktuell 500 000 mittelalterliche und frühneuzeitliche Urkunden aus über 60 Institutionen in zehn europäischen Ländern recherchiert werden. "Das Bautzener Stadtarchiv ist das erste ostdeutsche Archiv, das einen Teil seines Urkundenbestandes auf Monasterium präsentiert und damit Wissenschaftlern und Interessierten weltweit einen Zugriff ermöglicht", erklärt Leiterin Grit Richter-Laugwitz.

Die Bautzener Archivare wollen mit diesem Schritt ihren Bestand noch mehr als bisher in den Fokus der wissenschaftlichen Forschung zu rücken. "Das ist umso wichtiger, da besonders die mittelalterlichen Bautzener Urkunden die Bedeutung der Stadt eindrucksvoll widerspiegeln", so die Stadtarchivarin. Der Bautzener Rat fungierte durch seine Nähe zum Sitz des Landesherrn häufig als Mittler, der oftmals eingehende wie ausgehende Schriftstücke in Empfang nahm. "Dies macht unsere Bestände auch für Forscher aus Tschechien, Ungarn und Österreich besonders interessant", betont Grit Richter-Laugwitz.

Doch auch das Archiv selbst erhält einen Mehrwert: Die Dokumente müssen nun nicht mehr im Original vorgelegt werden und können so besser erhalten werden als bisher. Neben dem Schriftstück an sich kann der Nutzer zudem auf eine Vielzahl von Informationen rund um die Urkunde zurückgreifen, mit denen es überhaupt erst möglich ist, die Urkunde zu identifizieren und in den Forschungskontext einzuordnen. Diese inhaltliche Erfassung wird im Stadtarchiv Bautzen bereits seit 2013 vorgenommen. Von den vorhandenen 5000 Urkunden konnten seitdem 1600 Urkunden bearbeitet werden, die inzwischen alle im "Archivportal-D" und auf "monasterium" recherchierbar sind. In den kommenden Monaten und Jahren sollen weitere Daten aus dem Stadtarchiv und dem Staatsfilialarchiv Bautzen online gestellt werden.