Ein einzelner, etwa vier Wochen alter, weiblicher Wolfswelpe, ganz allein auf einem Waldweg – dieser Anblick bot sich Spaziergängern am Montag zwischen Bautzen und Dresden. Wie das Landesumweltamt am Donnerstag berichtet, näherte sich das Jungtier den Spaziergängern und winselte.

„Das Sächsische Wolfsmanagement wurde informiert und ein Mitarbeiter begab sich vor Ort, um das Tier vor übermäßigem Kontakt mit Menschen zu schützen“; berichtet Pressesprecherin Karin Bernhardt. Der Welpe wurde einer Auffangstation übergeben, anschließend versorgt und tiermedizinisch untersucht.

Wolfswelpen werden blind und taub geboren

Was steckt hinter dem Fund? „Wolfswelpen werden in der Regel Ende April/Anfang Mai blind und taub geboren. Zu Beginn wird deren Körpertemperatur noch wesentlich durch die der Wolfsfähe reguliert. Nachdem die Augen und Ohren geöffnet sind, verlassen die Welpen im Alter von drei bis vier Wochen das erste Mal die Höhle, um die Umgebung zu erkunden und die anderen Tiere des Rudels kennen zu lernen“, informiert das Landesamt.

Dabei könne es dazu kommen, dass Elterntiere einen anderen Bau aufzusuchen. „Wenn die Wölfe dabei gestört werden, kann es passieren, dass die Welpen zurückbleiben und nach den Elterntieren suchen.“

Störungen der Wölfe sollen vermieden werden

Geschützte Tiere wie der Wolf, die verletzt, hilflos oder krank aufgefundenen werden, müssten gemäß Bundesnaturschutzgesetz den Behörden gemeldet werden. Diese entscheiden dann über das weitere Vorgehen.

In der gerade andauernden Aufzuchtzeit der Jungtiere sollten menschliche Störungen im Wald nach Möglichkeit vermieden werden. „Spaziergänger und Erholungssuchende in Feld und Wald werden gebeten, auf den Wegen zu bleiben, um den Lebensraum der Wildtiere nicht zu beunruhigen und Wildtiere wie unter anderem den Wolf in dieser Zeit nicht zu stören“, so Karin Bernhardt.

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