| 09:01 Uhr

Amtsgericht Bautzen
Freispruch im Lügendetektor-Prozess

Die Rechtspsychologin Gisela Klein justiert am 17.10.2017 vor Prozessbeginn im Amtsgericht in Bautzen (Sachsen) einen Polygrafen im Verhandlungssaal.
Die Rechtspsychologin Gisela Klein justiert am 17.10.2017 vor Prozessbeginn im Amtsgericht in Bautzen (Sachsen) einen Polygrafen im Verhandlungssaal. FOTO: Kathleen Weser / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Bautzen. Der Prozess hat deutschlandweit für Aufsehen gesorgt. Am Amtsgericht in Bautzen ist erstmals ein Lügendetektor in einem Strafprozess eingesetzt worden. Für den Angeklagten gab es jetzt einen Freispruch.

Der Angeklagte hat die Wahrheit gesagt. Das hat der Lügendetektor ergeben, an den der 44-jährigen Bautzener beim Prozess angeschlossen wurde. Er bestritt den Vorwurf, die Tochter seines Bruders sexuell missbraucht zu haben. Dem ist am Donnerstag auch der Richter gefolgt. Der Angeklagte verließt den Gerichtssaal als freier Mann, wie der MDR berichtet. In ihren Plädoyers hatten Verteidigung wie Anklage ebenfalls einen Freispruch gefordert.

Richter Dirk Hertle hat mit dem Polygrafen-Test in einem Strafverfahren deutschlandweit eine neuen Weg beschritten, der rechtswissenschaftlich umstritten ist. Der Missbrauchsprozess gegen den 44-jährigen Bautzener, der am Lügendetektor seine Unschuld bewies, kann daher Geschichte schreiben.

(bob)