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| 01:06 Uhr

Baustellen-Report Endspurt am Zwillingshaus

Dem Foucault-Gymnasium auf das Dach gestiegen sind gestern diese beiden Mitarbeiter einer Hoyerswerdaer Bedachungsfirma. Sie montierten den pneumatischen Rauchentlüfter für die Aula der Schule.
Dem Foucault-Gymnasium auf das Dach gestiegen sind gestern diese beiden Mitarbeiter einer Hoyerswerdaer Bedachungsfirma. Sie montierten den pneumatischen Rauchentlüfter für die Aula der Schule. FOTO: Foto: Martina Arlt
Hoyerswerda. „Nicht kleckern, sondern klotzen“ – auf den Baustellen in der Region sind die Sommermonate Hochsaison. Dort tummeln sich die Gewerke derzeit zuhauf neben einander. Denn was sich im Bauablauf jetzt verzögert, kann der erste Bodenfrost im Herbst gar zum Stoppen bringen. Die RUNDSCHAU schaut sich in den nächsten Wochen einmal auf den großen Baustellen in der Region um. Heute im: Léon-Foucault-Gymnasium Hoyerswerda.. Hektische Endspurt-Stimmung in Haus 2 des großen städtischen Gymnasiums. Der Beginn der Sommerferien und danach das neue Schuljahr rücken immer näher – und damit auch der ultimative Tag, an dem die Bauarbeiter aus dem Schulgebäude verschwunden sein müssen. Von Catrin Würz

„Zum neuen Schuljahr ziehen hier wieder die Schüler und Lehrer ein - und das schaffen wir auch“ , sagt Dietmar Wolf. Der städtische Hochbauamtsleiter weiß, dass bei diesem zweiten Bauabschnitt der Schulsanierung derzeit alles im Lot ist.
Die Außenwand des Schulgebäudes wurde schon vor Wochen mit der gleichen meerwasserblauen Fassadendämmung versehen wie im Zwillingsgebäude Haus 1 genau gegenüber, das im September vergangenen Jahres bezogen wurde. Auch die neue Heizungs- und Lüftungsanlage für das Haus 2 sowie die Elektrik sind weitestgehend fertiggestellt. Dafür geben sich derzeit Bodenleger, Fliesenleger, Sanitärtechniker und Maler für den Innenausbau noch die Klinke in die Hand.
Der größte Baufortschritt ist im obersten Geschoss zu sehen. Hier sind die Unterrichtsräume fast fertig, in einigen sind bereits die Möbel für die Chemie- und Physik-Fachkabinette abgestellt und warten darauf, an Wasser und Strom angeschlossen zu werden. „Zwei Fachkabinette werden völlig neue Möbel bekommen. Die anderen Kabinette werden mit Möbeln, die schon in Gebrauch sind, ausgestattet“ , weiß Hochbauamtsleiter Dietmar Wolf.

Staub und Lärm im Erdgeschoss
Den allerletzten Farbanstrich verpasst unterdessen Günter Meschke von einem Hoyerswerdaer Hausmeisterservice den Türrahmen im obersten Geschoss, während nebenan Andreas Cords von einem Dresdner Raumausstattungsunternehmen die letzten, extra strapazierfähigen Bahnen Kautschuk-Bodenbelag im Flur verlegt.
Im Erdgeschoss des Schulgebäudes wird indessen noch fieberhaft am Innenausbau der Klassenräume und der Sanitärräume gewerkelt, hier geht es geräuschvoller und viel staubiger zu. „So eine Großbaustelle verlangt vor allem nach ausgefeilter Planung. Zirka 30 Firmen waren an dem Bau beteiligt. Damit die sich nicht in die Quere kommen, müssen sie sich untereinander genau absprechen. Und das hat auch ganz gut geklappt“ , sagt Ines Hofmann. Die Sachbearbeiterin im Hochbauamt muss es wissen, denn sie koordiniert für den Bauherrn - die Stadt Hoyerswerda - das Schul-Projekt.

Den Umzug der Schüler und Lehrer mit Sack und Pack in das fertig sanierte Gebäude - das ist danach eine logistische Herausforderung, die die Schule selbst zu meistern hat. „Unser Plan steht auch schon“ , versichert Schulleiter Uwe Blazejczyk. Bereits in der kommenden Woche - also in der letzten Schulwoche vor Ferienbeginn - werden die Klassen aus dem jetzigen Übergangsdomizil in der Hufelandstraße mit ihren Lehr- und Lernmitteln ins „Heimathaus“ im Stadtzentrum zurückkehren. Die erste Ferienwoche bleibt den Lehrern vorbehalten, die dann für jeweils ihr Reich einen Umzugsplan machen. „Da müssen Möbeltransporte koordiniert werden und Tafeln angebracht werden“ , blickt Schulleiter Blazejczyk voraus. Der größere Teil der Möbel kommt aus dem derzeitigen Bestand der Schule, ein paar neue Möbel gibt es auch. Andere Stühle und Tische stammen noch aus dem ehemaligen Konrad-Zuse-Gymnasium. Und: In den Fluren des Hauses 2 werden für die Schüler neue Schließfächer installiert - auch das geschieht zu Beginn der Ferien.
Für das Foucault-Gymnasium ist der Umzugsstress nicht ganz neu. Vor knapp einem Jahr war das Gleiche schon im Haus 1 zu leisten. „Wir haben mittlerweile Erfahrung“ , scherzt Uwe Blazejczyk.

Hundert kleine Dinge
Nach der Urlaubspause der Kollegen geht es dann in der letzten Woche der sächsischen Sommerferien wieder in die Vollen. Dann wird weiter umgeräumt und eingeräumt. Ab Schuljahresbeginn werden auch die Schüler dabei helfen. „Unsere Philosophie ist ohnehin, dass wir die Schüler beim Umzug so viel wie möglich mit einbeziehen“ , sagt der Schulleiter. Oft seien es hunderte kleine Dinge, die zwischen den alten Räumen im benachbarten Haus 3 und dem neuen Haus 2 hin und her transportiert werden müssen. „Und da ist mit einer Klasse in einer Stunde schon viel geschafft“ , hofft er.
Ganz ohne Baustelle wird das Gymnasium allerdings ab Schuljahresbeginn nicht gleich sein. Weitergebaut wird noch am Verbindungstrakt mit Aula - dem 3. Bauabschnitt der Schulsanierung. Der Zwischenbau wurde in der vergangenen Woche ebenfalls eingerüstet, denn schon bald kommt auch hier die neue Wärmedämmung dran. In der Aula sind derzeit die Lüftungstechniker zugange, während im Bereich unter der Aula - dort wo die neue Schulbibliothek eingerichtet wird - seit gestern die Aluminium-Konstruktionen für die großen Glasfenster eingebaut werden.
Auch für diesen Gebäudeteil ist der Schuljahreskalender das alles Entscheidende: In den Herbstferien sollen Aula und Bibliothek in Besitz genommen werden.

Zum Thema Zeitplan der Sanierung - wie geht es weiter?
  Der 3. Bauabschnitt der Schulsanierung beinhaltet den Ausbau des Zwischengebäudes. In den Trakt zwischen Haus 1 und Haus 2 kommen das neue Lehrerzimmer, Sekretariat und Schulleiterbüro. Die Aula wird komplett saniert, erhält neue Fenster und eine neue Bühne. Die bisher offene Fläche unter der Aula wird mit einer Glaskonstruktion eingefasst und wird zur Schulbibliothek.
Die Sanierung der Turnhalle ist der 4. Bauabschnitt am Foucault-Gymnasium. Der Baubeginn dort ist für 2004 vorgesehen.
Die gesamte Sanierung des Gymnasiums wird sieben Millionen Euro kosten. Auf das Schulgebäude entfallen 5,9 Millionen Euro und auf die Turnhalle 1,2 Millionen Euro.