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| 11:39 Uhr

Baustellen-Report Eine gute Planung ist das A und O

Hoyerswerda.. „Nicht kleckern, sondern klotzen“ – auf den Baustellen in der Region sind die Sommermonate Hochsaison. Dort tummeln sich die Gewerke derzeit zuhauf nebeneinander. Denn was sich im Bauablauf jetzt verzögert, kann der erste Bodenfrost im Herbst gar zum Stoppen bringen. Die RUNDSCHAU schaut sich in den nächsten Wochen einmal auf den großen Baustellen in der Region um. Heute: Neubau der Zentralen Abfahrtsstelle (ZASt) und der Bautzener Allee in Hoyerswerda. Von Catrin Würz

„Viele Köche verderben den Brei“ - doch dieses Sprichwort darf an der Bautzener Allee auf keinen Fall wahr werden. Denn der 3,5 Millionen Euro teure Bau mitten im Stadtzentrum hat gleich drei Bauherren. Da sind zum einen die Verkehrsbetriebe Schwarze Elster (VSE), die einen neuen Busbahnhof für ihre Stadtlinien an prominenter Stelle bauen, während der überregionale Verkehrsverbund Oberelbe zugleich Bussteige für seine Regionalbuslinien schafft. Als dritter im Bunde zeichnet die Stadt Hoyerswerda für den Ausbau der Bautzener Allee verantwortlich. „Bei drei Bauherren und insgesamt zwanzig Fachgewerken auf der Baustelle - da sind Planung und Koordination alles“ , weiß Verkehrsbetriebe-Chef Volkhard Buchheim.
Den Part der intensiven Planung bestreiten Tiefbauleiter Henryk Alte und für den Hochbau Bernd Kasper. „Im Moment liegen wir sehr gut im Plan“ , können beide für ihre Bereiche behaupten.
Bei den Tiefbaumaßnahmen ist ein großer Teil schon vollbracht. Die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda haben alle Medien unter der künftigen Straße neu verlegt. Derzeit werden gerade die Borde für den künftigen Straßenverlauf und nächste Woche für die Businsel gesetzt. „Zum Glück haben wir keine archäologisch wertvollen Funde gemacht“ , scherzt Henryk Alte. Den Zeitverzug, den das mit sich gebracht hätte, hätte man auf keinen Fall verkraftet. Denn ein Datum sitzt den Bauleuten bleischwer im Nacken: der 14. Dezember 2003.
„Das ist der Tag, an dem europaweit der Fahrplan gewechselt wird. An diesem Tag muss die neue Abfahrtsstelle in Betrieb gehen“ , erläutert VSE-Chef Volkhard Buchheim. Insgeheim hofft der Geschäftsführer aber, dass schon am 24. November - wenn die Zweckverbandsversammlung des Verkehrsverbundes Oberelbe in Hoyerswerda tagt - etwas Sichtbares einzuweihen ist.
Wertvolle Zeit gewinnen können die Tiefbauer beispielsweise, wenn sie den Ausbau der Fuß- und Radwege schon mal etwas vorziehen. „Das ist möglich, wenn wir die jetzigen Fußwege einseitig abschnittsweise sperren und vorbereiten“ , informiert Tiefbauleiter Henryk Alte. Das will man in den nächsten Wochen tun, denn festgestellt wurde, dass die Hoyerswerdaer diese Gehwege entlang der Allee-Baustelle momentan sowieso kaum benutzen. Der Übergang zwischen WK III und dem Lausitzer Platz über das Baustellengelände wird jedoch in der gesamten Bauphase möglich sein. Mit dem Aufbringen der Schwarzdecke soll Ende September begonnen werden.
Schon seit längerem sichtbar ist der Rohbau des künftigen Informations- und Servicegebäudes am neuen Busbahnhof. Ab heute werden dort schon die Fassadenplatten aufgebracht. In der Farbe „Eiche dunkel“ wird das Gebäude sich künftig präsentieren, während das Flachdach mit Steinrosenflor begrünt wird. „Das ist ein biologisches System, dass sich selbst erhält. Eine Art Grünflechte“ , schildert Hochbauleiter Bernd Kasper. Im Eingangsbereich des künftigen Kundengebäudes der VSE wird eine großflächige Glaskonstruktion montiert. Sobald diese steht, beginnt auch schon der Innenausbau des neuen Service-Hauses. „Es sieht so aus, als ob wir das Gebäude bis zum gewünschten November-Termin fertig bekommen“ , stellt Bernd Kasper in Aussicht.

Zweites Hochbauprojekt auf der Baustelle ist die Überdachung der Businsel mit ihren acht Haltestellen sowie das ausgefeilte Fahrgastinformationssystem. Das soll hochmodern und natürlich computergesteuert sein (aus dem Servicegebäude heraus). So wird es an jedem Fahrgaststeig eine Anzeigetafel geben, die die nächsten zwei Abfahrten anzeigt - zusätzlich sollen zwei große Informationssäulen Auskunft über sämtliche Bus-Abfahrten geben. 16 Abfahrtstermine können auf diese Weise auf einen Blick übersehen werden.
Die Fundamente für die Überdachungskonstruktion auf der Businsel sind ebenfalls bereits im Boden. Das musste im Rahmen der Tiefbauarbeiten schon als Vorleistung gemacht werden. Mitte August sollen dann die Stützpfeiler dafür und Anfang September die Krakenarme für die Verglasung des Daches nach Hoyerswerda kommen.
Ein langer Atem wird noch nötig sein, bis symbolisch das erste Band auf der Baustelle durchschnitten werden kann. „Aber bis jetzt läuft alles so reibungslos und effektiv wie es nur geht. Das wünschen wir uns auch bei unseren nächsten Vorhaben, wie den Bahnhofsvorplatz“ , lobt VSE-Geschäftsführer Volkhard Buchheim.