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| 19:44 Uhr

Tier-Attacke auf Landwirt bei Wittichenau
Bauer überlebt den Angriff des Bullen

 Jetzt geht‘s zum Fleischer. Ein Traktor verlädt den toten Wasserbüffel auf einen Hänger. Ein Jäger musste das Tier aus Dubring am 19. Juli erschießen, nachdem es am 16. Juli einen Bauern attackiert und schwer verletzt hatte.
Jetzt geht‘s zum Fleischer. Ein Traktor verlädt den toten Wasserbüffel auf einen Hänger. Ein Jäger musste das Tier aus Dubring am 19. Juli erschießen, nachdem es am 16. Juli einen Bauern attackiert und schwer verletzt hatte. FOTO: LR / Rita Seyfert
Wittichenau. Nach dem Angriff eines Wasserbüffels ist der auf einem Feld bei Dubring (Kreis Bautzen) schwer verletzte Bauer jetzt außer Lebensgefahr. Ein Tierarzt hat den wilden Stier am Freitag erschossen. Von Rita Seyfert

Reglos und ausgeblutet mit aufgeschnittener Kehle liegt der pechschwarze Tierkörper auf der Koppel. Der tobende Stier musste am Freitag erschossen werden, nachdem er am Dienstag einen 55-jährigen Bauern auf einem Feld bei Dubring angegriffen und schwer verletzt hatte.

Enrico Pilz, der Besitzer der Wasserbüffel-Herde, steht immer noch leicht unter Schock. „Ich war dabei“, sagt er. Mit eigenen Augen musste er mit ansehen, wie das rasende Tier seinen Mitarbeiter dreimal durch die Luft warf. Ganz offensichtlich wollte der Stier den Mann platt machen.

 Jetzt geht's zum Fleischer. Ein Traktor verlädt den toten Wasserbüffel auf einen Hänger. Ein Jäger musste das Tier aus Dubring am 19. Juli erschießen, nachdem es am 16. Juli einen Bauern attackiert und schwer verletzt hatte.
Jetzt geht's zum Fleischer. Ein Traktor verlädt den toten Wasserbüffel auf einen Hänger. Ein Jäger musste das Tier aus Dubring am 19. Juli erschießen, nachdem es am 16. Juli einen Bauern attackiert und schwer verletzt hatte. FOTO: LR / Rita Seyfert

Doch Enrico Pilz konnte die Gefahr in letzter Minute bannen. „Ich habe mit meinem Weidenstock auf den Bullen eingedroschen“, erzählt er. Die Panik ist ihm immer noch anzumerken. Glücklicherweise gelang es ihm, mit seinem Mitarbeiter hinter den Weidezaun zu flüchten. Vor der Stromabsperrung wich der 700-Kilo-Bulle ängstlich zurück.

Ein Rettungshubschrauber brachte den schwer verletzten Landwirt wenig später ins Krankenhaus. Er schwebte in Lebensgefahr. Inzwischen soll sein Gesundheitszustand aber stabil sein. Sein Angreifer indes ist tot. Wie Tierarzt Dr. Peter Bresan (87) bestätigt, hat die Polizei Görlitz verfügt, dass der Stier erschossen werden soll. Als Pächter der Jagdgesellschaft Dubring machte er sich bereits am Mittwoch und Donnerstag vor Ort ein Bild.

FOTO: LR / Rita Seyfert

Bresan: „Ich vermute, dass der Bulle seine Weiber beschützen wollte und Menschen als Feind wahrnahm.“ Denn offenbar sah der Stier rot. „Als ich neben der Koppel langlief, begleitete er mich immer auf meiner Höhe.“ Normalerweise lasse ein Bulle seine Weibchen nicht stehen. Doch das vier Jahre alte Tier zeigte sich angriffslustig gegenüber Menschen. So habe er die Gefährlichkeit erkannt.

In nunmehr 60 Jahren seiner Berufspraxis als Fachtierarzt war es für ihn der erste Fall, bei dem ein Wasserbüffel einen Menschen attackierte. „Diese Rasse haben wir hier selten“, sagt er. Allerdings sei bekannt, dass Bullen gefährlich werden könnten. Jedenfalls erinnere er sich an mindestens fünf Fälle, in denen ein Tierpfleger durch einen männlichen Stier angegriffen und verletzt wurde.

 Der erschossene Bulle sollte die Herde decken. Teils gelang ihm das. Vier der insgesamt 16 Wasserbüffel-Weibchen sollen trächtig sein.
Der erschossene Bulle sollte die Herde decken. Teils gelang ihm das. Vier der insgesamt 16 Wasserbüffel-Weibchen sollen trächtig sein. FOTO: LR / Rita Seyfert

Mit seinem Jagdgewehr schoss Jäger Bresan dem Bullen direkt ins Gehirn. Nach nur einem Kopfschuss sackte der Stier zusammen und war sofort tot. Nur das Binsenkraut wiegte sich weiter sanft im Wind, als der Traktor den massigen Tierkörper auf den Hänger hob. Wie Bresan bestätigt, war das Fleisch gesund und darf verwendet werden.

Nun müssen die insgesamt 16 Wasserbüffel-Weibchen ohne ihren Bullen auskommen. Eigentlich sollte der Stier seine stattlichen Gene weitergeben und die Herde decken. Teils gelang ihm das wohl auch. Vier der Damen sollen trächtig sein.