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Bauaufsicht: Keine Mängel bei Seniorenanlage in Lauta Dorf

Lauta Dorf. Nach einer Vor-Ort-Begehung des Amtsleiters der Bauaufsichtsbehörde aus Bautzen und dem Betreiber der Seniorenwohnlage in Lauta-Dorf am vergangenen Mittwoch wird deutlich, dass der Hauseigentümer größtenteils alle brandschutzrechtlichen Mängel behoben hat. An einigen Maßnahmen wird noch gearbeitet. Anja Guhlan / ang1

Jüngst war in einem Ausschuss des Lautaer Stadtrates Kritik laut geworden (die RUNDSCHAU berichte). Stadtverwaltung und Feuerwehr hatten einen zweiten Rettungsweg gefordert und meldeten Bedenken an.

Die Bauaufsichtsbehörde erklärte der RUNDSCHAU am Mittwochnachmittag, dass nach einer Vor-Ort-Begehung die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen für den Brandschutz in der Senioren-Wohnanlage "Alte Schule" in Lauta-Dorf, die durch einen vom Hauseigentümer beauftragten Prüfingenieur erarbeitet wurden, zurzeit alle umgesetzt wurden. So dient ein Flur als erster Rettungsweg mit rauchdichten und selbstschließenden Türen. Zudem wurden funkvernetzte Rauchwarnmelder installiert und der Rettungsweg im Obergeschoss geändert.

Durch den Prüfingenieur und die zuständige Bauaufsichtsbehörde wird weiterhin - aufgrund der besonderen Charakteristik des Gebäudes mit einer überdurchschnittlichen Nutzung durch ältere Menschen mit eventuell eingeschränkter Gesundheit und Mobilität - folgende Vorgehensweise für notwendig angesehen: Das Gebäude wird in die Liste der brandverhütungsschaupflichtigen Objekte der Stadt Lauta aufgenommen, um eine regelmäßige Prüfung der Bedingungen zu ermöglichen und sich über eventuell geänderte Gegebenheiten zu informieren.

Zudem heißt es, wird ein Feuerwehrplan für das Objekt erstellt, sodass für die Feuerwehr objektspezifische und einsatztaktische Bedingungen sofort klar sind. Außerdem wird eine Brandschutzordnung Teil A und B erstellt, um wichtige brandschutztechnische Festlegungen dem im Objekt teilweise anwesenden Personal aktenkundig zugänglich zu machen. Wie die Bauaufsichtsbehörde erklärt, wird an den zwei zuletzt genannten Punkten derzeit noch gearbeitet, ein Abschluss ist jedoch zeitnah vorgesehen. Zudem heißt es von der Bauaufsicht, dass vom Betreiber der Seniorenwohnanlage zu erfahren war, dass über die Verbesserung des Brandschutzes zum Beispiel über die Errichtung einer Außentreppe als zweiter Rettungsweg aus dem Obergeschoss in Zukunft nachgedacht wird.

Zum Objektstatus erklärt die Behörde, dass an eine Neueinstufung als Sonderbau nicht gedacht wird, weil die Bedingungen zur Neueinstufung als Sonderbau ab dem Jahr 2016 Folgendes besagt: "Die Tatbestandsmerkmale Pflegebedürftigkeit oder Behinderung weisen darauf hin, dass die Personen mindestens auf schwerwiegende ambulante Pflege- oder Betreuungsdienstleistungen angewiesen sind. Die Beschränkung auf Personen, deren Selbstrettungsfähigkeit eingeschränkt ist, bewirkt, dass z.B. Nutzungseinheiten … für Menschen mit seelischen Behinderungen nicht als Sonderbauten eingestuft werden." Die Bauaufsichtsbehörde betont, dass nur ihr selbst die Bewertung eines Sonderbau-Status zustehe.