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Bauarbeiter finden menschliche Knochen

Für Trinkleitungsbau wurde auf diesem Gelände an der Salomon-Gottlob-Frentzel-Straße, hinter dem Förderzentrum für Körperbehinderte, gebaggert. Dabei kamen zu Wochenbeginn menschliche Überreste zu Tage.
Für Trinkleitungsbau wurde auf diesem Gelände an der Salomon-Gottlob-Frentzel-Straße, hinter dem Förderzentrum für Körperbehinderte, gebaggert. Dabei kamen zu Wochenbeginn menschliche Überreste zu Tage. FOTO: cw
Hoyerswerda. (fh/cw) Schreck bei Tiefbauarbeiten an der Salomon-Gottlob-Frentzel-Straße in Hoyerswerda: Bei Baggerarbeiten sind Bauarbeiter am Dienstag auf menschliche Skelettreste gestoßen. Die Arbeiten wurden sofort gestoppt und die zuständigen Behörden informiert.

Es wurde eine forensische Archäologin vom Landesamt für Archäologie Dresden angefordert, teilt die Polizeidirektion Görlitz mit.

Die Expertin untersuchte die menschlichen Überreste und datierte die Liegezeit der Knochen auf mindestens 50 bis 200 Jahre. Die Fundstelle gehört zu einem Gelände, auf dem sich bis vor 120 Jahren eine Armen-Krankenanstalt mit möglicherweise angegliedertem Friedhof befunden hat. Das bestätigt auch das Stadtmuseum Hoyerswerda. Ein Artikel im Heft 18 der "Hoyerswerdaer Geschichtshefte" befasst sich mit der Historie der Krankenhäuser und benennt die Armen-Krankenanstalt, die an der heutigen Karl-Liebknecht-Straße bis 1897 bestanden haben soll. Dort könnten seinerzeit auch Menschen beerdigt worden sein.

Die Polizei sieht demnach keine Hinweise auf eine Straftat. Ohnehin ist der Skelettfund nicht der erste in diesem Altstadt-Bereich. Im Sommer des Jahres 2013 wurden bei Pflasterarbeiten für einen Parkplatz an der Commerzbank Hoyerswerda ebenfalls schon einmal menschliche Überreste gefunden.