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| 01:32 Uhr

Bahninitiative will am Ball bleiben

Klitten. Die Klittener Bahninitiative ZU(g)KUNFT, die den geplanten Ausbau der Niederschlesischen Magistrale kritisch begleitet, setzt auch auf die Unterstützung von Naturschutzverbänden wie NABU und BUND. „Bisher ist da aber leider noch nichts gekommen“, so Lutz Grohmann, der Vorsitzende der Initiative. Beim jüngsten Treffen wurden zudem die Ergebnisse der Arbeitsgruppe (AG) Infrastruktur vorgestellt. Von Martina Albert

"Der Naturschutz ist wahrscheinlich das beste Mittel, um auf uns aufmerksam zu machen", erklärt Lutz Grohmann. Denn insgesamt seien die EU-Gesetze so, dass "auf den Eisvogel mehr als auf die Menschen an einer Bahnlinie geachtet" werde. Zwar hat die AG Naturschutz der Initiative selbst ein umfangreiches Positionspapier mit weitreichenden Forderungen - unter anderem wird eine Geschwindigkeitsbegrenzung und ein Nachtfahrverbot gefordert - vorgelegt (die RUNDSCHAU berichtete), am Ende sei es aber wichtig, dass sich im Planfeststellungsverfahren die Naturschutzverbände zu Wort melden. "Das bislang noch nichts gekommen ist, finde ich etwas enttäuschend", so Grohmann. Um den Prozess voranzutreiben, will der Initiativenchef nun selbst aktiv werden, den Verbänden die Positionspapiere der AGs zuleiten und Kontakt aufnehmen. Positives TreffenInsgesamt sei das jüngste Treffen der Bahninitiative positiv verlaufen. Zwar war die Bahn der Einladung nicht gefolgt und auch die versprochene Antwort auf einen Brief der Initiative blieb bislang aus. "Bis Weihnachten sollen wir die aber angeblich bekommen", so Grohmann. Positiv merkte er an, das eine Mitarbeiterin des Kreisentwicklungsamtes vor Ort gewesen und "sachlich fundierte Auskunft geben konnte, was wir künftig noch beachten sollen", so Grohmann. Ein nächstes Treffen im Landratsamt ist für den 25. Januar geplant.Auch über einen anderen Gast freute sich die Bürgerinitiative sehr: Landtagsabgeordneter Lothar Bienst (CDU). "Er hat Unterstützung auf politischer Ebene zugesichert - das ist für uns ganz wichtig", berichtet Grohmann.Bedenkliche SchließzeitenWährend des Treffens in Klitten, zu dem auch wieder Anwohnervertreter aus Mücka, Niesky und Petershain gekommen waren, wurden zudem die Ergebnisse der AG "Infrastruktur" vorgestellt. Diese hatte sich im Zusammenhang mit dem geplanten Streckenausbau mit der Klittener Infrastruktur befasst, Schließzeiten der vier Bahnübergänge und deren Nutzung untersucht und die möglichen Folgen eines Ausbaus aufgezeigt.Zwar dürften die Schließzeiten nach dem Streckenausbau vier Minuten nicht überschreiten, dennoch ergäbe sich bei rund 180 Zügen eine tägliche Schließzeit von 720 Minuten. Im Extremfall wären somit die Bahnübergänge den halben Tag geschlossen, heißt es im Positionspapier der AG, das der RUNDSCHAU vorliegt. Die Arbeitsgruppe sieht die Gefahr eines "zerschnittenen" Ortes und chaotischer Verkehrszustände. Forderungen an die BahnVon der Bahn fordert die AG eine Ausweisung der zu erwartenden Schließzeiten. Sollte nicht garantiert werden können, dass die Schließzeit nicht mehr als 20 Minuten pro Stunde betrage, seien zumindest für den Übergang am Bahnhof und in Klein Oelsa Brücken oder Unterführungen vorzusehen. Möglich sei aber auch eine gemeinsame Lösung für die beiden betreffenden Übergänge. Diese Variante müsse jedoch noch untersucht werden, heißt es.