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| 14:53 Uhr

Hoyerswerda
Bahn frei für die neue Ortsumgehung

Hoyerswerda. Der erste Teil der neuen Hoyerswerdaer Ortsumfahrung ist eröffnet worden. Die RUNDSCHAU hat die Strecke getestet. Von Sascha Klein

Und hinein ins Neue: Das Kaufland bleibt links liegen. Es geht die Straße D im Industriegelände entlang. Bis Montagabend ist das eine vom Durchgangsverkehr kaum beachtete Sackgasse gewesen. Jetzt entwickelt sie sich zum Einfahrtstor in die Hoyerswerdaer Neustadt. Am Ende der Straße D eröffnet sich dem Autofahrer die neue Welt. Ein wenig fühlt es sich an wie ein Weihnachtsgeschenk. Die Schilder sind nagelneu: Links Richtung Hoyerswerda, Lohsa – und später zur B 97 nach Schwarze Pumpe und Cottbus. Es ist der erste Teil der neuen Hoyerswerdaer Ortsumgehung, der unter anderem Zeißig entlastet.

Auf der neuen Ortsumgehung aus Richtung Maukendorf: Es geht gleich über die Bahnlinie von Ruhland nach Horka.
Auf der neuen Ortsumgehung aus Richtung Maukendorf: Es geht gleich über die Bahnlinie von Ruhland nach Horka. FOTO: LR / Anja Hummel

An der Kreuzung Straße D zur neuen Ortsumfahrung geht es rechts herum Richtung Maukendorf. Nach wenigen hundert Meter geht es über eine Brücke. Es ist die Brücke über die neue Niederschlesische Magistrale, die im Dezember Fahrt aufnimmt. Über die weit ausladende Brücke geht es hinab. Wer überholen will, hat auf diesem Teilstück eine theoretische Chance. Erlaubt ist das Überholen Richtung Maukendorf vom Ende der Brücke auf etwa 1,2 Kilometern Länge. Wer es bis dahin nicht geschafft hat, muss sich einreihen.

Nach einer kurzen Linkskurve orientiert sich jeder Autofahrer erst einmal. Es ist der Schwenk auf die alte B 96. Plötzlich taucht links der Förderturm, die Werbung für die Energiefabrik Knappenrode, auf. Vor einem erscheint gleich das Maukendorfer Ortseingangsschild. Schade, schon ist die neue Straße zu Ende. Also: Umdrehen und Richtung Norden die B96n erkunden. Diesmal ist es der Rechtsschwenk auf die neue Piste, kurz darauf die Überholchance, dann die Brücke über die Bahn.

Dort wird weitergebaut. Im Sommer 2019 wird das kürzere Teilstück bis zur B 97 bei Burg fertig.
Dort wird weitergebaut. Im Sommer 2019 wird das kürzere Teilstück bis zur B 97 bei Burg fertig. FOTO: LR / Anja Hummel

Vom Abzweig Richtung Industriegelände bis zur S 108 – der Straße von Hoyerswerda über Riegel und Weißkollm nach Lohsa – zieht sich in der Mitte der Straße eine durchgezogene weiße Linie. Das heißt: Überholen ist dort verboten. Wer einen langsamen Lastwagen vor sich hat, braucht Geduld. Nach wenigen Minuten erreicht der Autofahrer schon das Ende der insgesamt fünf Kilometer langen ersten Passage.

Fazit: Auf der Hoyerswerdaer Ortsumfahrung rollt es gut. Wer aus Richtung Norden kommt, verpasst schnell den Übergang von neuer zu alter Piste. Er ist kaum zu merken. Allerdings: Die Straße erscheint nicht allzu breit. Von waghalsigen Überholmanövern ist auf der Strecke abzuraten. Was noch zu tun ist: Die Ampelanlagen sind an Tag zwei noch außer Betrieb. An der Kreuzung von der Straße D im Industriegelände zur B96n stehen noch Hinweisschilder, an der Kreuzung zur S  108 ist eine Behelfsampel aufgebaut.

Der Weg von Maukendorf nach Zeißig ist derzeit versperrt.
Der Weg von Maukendorf nach Zeißig ist derzeit versperrt. FOTO: LR / Anja Hummel

Die Beschilderung aus Richtung Hoyerswerdaer Neustadt zur Ortsumgehung lässt so kurz nach der Eröffnung der Strecke noch ein wenig zu wünschen übrig. Für Ortsunkundige, was vermutlich die wenigsten sind, endet der Hinweis Richtung Bundesstraße am Abzweig nach Zeißig. Ein Umleitungshinweis Richtung Bautzen lenkt Fahrer über die Nieskyer Straße zum Start des fertigen Abschnitts der Ortsumgehung an der S 108. Im Industriegelände fehlt jedoch noch jeder Hinweis auf die neue Bundesstraße. Allerdings: Auch im Industriegelände wird sich noch einiges verändern. Die jetzige Straßenführung über die Straße E wird noch verändert. Über die Straße A gibt es einen direkten Stich zur Straße D. Für Auto- und Lastwagenfahrer wird es anschließend einfacher.

Abgehängt sind zurzeit diejenigen, die aus Groß Särchen kommend direkt nach Zeißig wollen. Sie müssen noch bis Ende August einen kleinen Umweg über das Industriegelände in Kauf nehmen. Laut Landesamt für Straßen und Verkehr (LaSuV) wird der neue Zubringer über den Abzweig nach Spohla Richtung Zeißig gerade gebaut. Er soll in rund zwei Wochen freigegeben werden.