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| 17:05 Uhr

Müll am Scheibesee
Badegäste lassen ihren Dreck liegen

 Kein schöner Anblick! Mehrere Müllbeutel stapeln sich am Rundweg um den Scheibesee.
Kein schöner Anblick! Mehrere Müllbeutel stapeln sich am Rundweg um den Scheibesee. FOTO: LR / privat
Hoyerswerda. Zwischen dem Rundweg und den inoffiziellen Stränden vom Scheibe-See stapeln sich die Mülltüten.

Wird der Rundweg um den Scheibesee jetzt zur Müllkippe? Hoyerswerdas Haussee ist ein beliebtes Ausflugsziel. Skater und Radler drehen auf dem Asphaltweg ihre Runden, Camper lassen hier die Seele baumeln.

Neben der offiziellen Badestelle, ausgestattet mit Mülltonnen und Dixie-Klo auf dem Parkplatz, locken vor allem die wilden Strände. Partywütige Naturfans lassen es hier mitunter lautstark krachen. Dann schallen die Bässe in den Abendstunden von Ufer zu Ufer. Nur das Aufräumen bleibt offenbar auf der Strecke. Abfalleimer fehlen; und der Müllberg neben dem Radweg wächst.

 Die erste Badesaison am Scheibe-See ist Geschichte.
Die erste Badesaison am Scheibe-See ist Geschichte. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau / Catrin Würz

Ein Hoyerswerdaer Anwohner, der seinen Namen nicht nennen möchte, kritisiert dieses Verhalten scharf. Wie er der RUNDSCHAU mitteilt, sagte er den Hinterlassenschaften in eigener Initiative den Kampf an. Bewaffnet mit Schutzhandschuhen, Mülltüten und Greifern sammelte er ein, was andere liegen lassen.

Von Essensresten über Kronkorken und Flaschen bis zum Einweggrill: Mehrere große Abfalltüten füllte er an den illegalen Ufern vom Scheibesee. Zunächst nahm der gute Herr den Müll mit nach Hause und entsorgte ihn auf eigene Kosten. Doch beim nächsten Spaziergang bot sich ein ähnliches Bild. Erneut hatten Strandbesucher ihren Dreck liegen gelassen.

 Auch Glasscherben liegen auf dem Asphalt.
Auch Glasscherben liegen auf dem Asphalt. FOTO: LR / privat
 Auch Glasscherben liegen auf dem Asphalt.
Auch Glasscherben liegen auf dem Asphalt. FOTO: LR / privat

Erneut fasste sich der Mann ein Herz und befreite den Boden unter den Kiefern und Brombeerbüschen vom Unrat. Die dunkelgrauen Säcke stapelte er direkt am Radweg. Kein schöner Anblick. Er sah ein, wie er sagt, dass es bessere Hobbys gibt, als anderen Leuten den Mist hinterher zu räumen. Deshalb weigerte er sich diesmal, die Müllbeutel auf eigene Kosten zu entsorgen.

Inzwischen sind mehrere Wochen vergangen. Auf der Suche nach Essbarem haben sich wohl Vögel über die Tüten hergemacht. Doch sonst fühlt sich niemand für den Müllberg verantwortlich. Wie die Stadt mitteilt, befinden sich nur der Radweg und die offizielle Badestelle in ihrer Zuständigkeit. Letztere werde regelmäßig gereinigt.

Alle anderen inoffiziellen Strände habe die Stadt demnach nicht im Visier und sei in Puncto Müll auf Hinweise angewiesen. Dass Besucher der inoffiziellen Ufer ihren Unrat mitnehmen müssen, verstehe sich von selbst, hieß es. Was den beschriebenen Müllberg am Rundweg vom Scheibesee betrifft, so sei die Stadt aber bemüht, diesen zeitnah zu entfernen.

 Kein schöner Anblick! Mehrere Müllbeutel stapeln sich am Rundweg um den Scheibesee.
Kein schöner Anblick! Mehrere Müllbeutel stapeln sich am Rundweg um den Scheibesee. FOTO: LR / privat
(sey)