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| 12:59 Uhr

Forderung vom CDU-Kreisverband
B97-Ausbau und Autobahnanbindung für Hoyerswerda bitte!

Hoyerswerda ist über die B 97 zwar an Städte wie Cottbus und Dresden angebunden. Die Straße ist jedoch auf sächsischer Seite nur zweispurig und hat partiell keinen dritten Streifen zum Überholen. Der Landkreis Bautzen will diese für die gesamte Region wichtige Verkehrsachse aufwerten.
Hoyerswerda ist über die B 97 zwar an Städte wie Cottbus und Dresden angebunden. Die Straße ist jedoch auf sächsischer Seite nur zweispurig und hat partiell keinen dritten Streifen zum Überholen. Der Landkreis Bautzen will diese für die gesamte Region wichtige Verkehrsachse aufwerten. FOTO: LR / Sascha Klein
Hoyerswerda. Bekommt Hoyerswerda irgendwann einmal eine bessere Verbindung Richtung Schwarze Pumpe und Richtung Dresden? Die CDU pocht beim Thema Strukturwandel auf eine bessere Anbindung der Region. Auch der Landkreis hat Pläne – aber noch kein Zieljahr. Von Sascha Klein

Seit vielen Jahren kämpft die Region Hoyerswerda um eine stärkere Infrastruktur Richtung Dresden, um attraktiver für Wirtschaft und Industrie, aber auch für Bürger zu werden, die Hoyerswerda als neue und verhältnismäßig günstige Heimat entdecken könnten. Das Problem: Bislang kommt der Ausbau der Infrastruktur in Richtung A 13 und A 15 sowie in Richtung Dresden kaum voran. Die neue Ostumfahrung Hoyerswerdas wird zwar Entlastung vom Lastwagen-Verkehr bringen, der sich bislang durch Zeißig und die Neustadt wälzt. Eine schnellere Anbindung zur A 4 und A 15 ist auch sie nur bedingt. Natürlich bringt sie einen Zeitvorteil auf dem Weg von der B 96 zur B 97.

Der vermeintliche Widerspruch: Kürzlich hat Landrat Michael Harig (CDU) in Hoyerswerda seine Vision vom Landkreis Bautzen 2030 vorgestellt. Dabei ging es vornehmlich um Wirtschaft, in Ansätzen aber auch um Infrastruktur. Die Region Hoyerswerda tauchte dabei bis auf den startenden Breitbandausbau, der fast überall im Landkreis beginnt, kaum auf. Wenige Tage später forderte der CDU-Kreisverband Bautzen, dessen Vorsitzender Harig ist, im Zusammenhang mit der Debatte um den Strukturwandel und die „Kohle-Kommission“ des Bundes „eine zeitgerechte und zukunftsorientierte infrastrukturelle Entwicklung“ und sprach dort als ersten Punkt die Anbindung des Raumes Hoyerswerda an.

Die Frage: Wie passt das zusammen? Einerseits spielt Hoyerswerda in den Plänen des Landkreises offensichtlich keine sehr große Rolle, andererseits fordert der CDU-Kreisverband zu vorderst den Ausbau der Verbindungen von und nach Hoyerswerda.

Für die Bautzener Kreisverwaltung ist das jedoch kein Widerspruch. Für die kommenden Jahre hat der Landkreis auch mehrere Schwerpunkte im Raum Hoyerswerda geplant. Sie stehen jedoch bislang nur auf dem Papier.
Vorhaben 1: der vollständige Ausbau der B 97 auf sächsischer Seite. Die B 97 soll laut Kreisverwaltung als Verbindungs- und Entwicklungsachse eine schnelle Erreichbarkeit der Zentren sichern. Sie verbindet Dresden, Hoyerswerda und Cottbus miteinander. Ein Zeitfenster gibt die Kreisverwaltung dabei jedoch nicht an. Wichtig wäre für die Region Hoyerswerda auch eine schnellere Anbindung an den Industriepark Schwarze Pumpe, der zu einem Teil auf Spreetaler Gemarkung liegt. Wie zukunftsfähige Infrastruktur aussehen kann, zeigt der Nachbar Brandenburg. Dort ist die Strecke hinter dem Cottbuser Ortsteil Gallinchen bis an die brandenburgisch-sächsische Grenze ausgebaut. Immer wieder gibt es dreispurige Abschnitte, wo Autos zum Beispiel Lastwagen überholen können und Schwarze Pumpe und auch Hoyerswerda schneller und entspannter erreichen können als zuvor. Teil der Strecke ist auch die Ortsumfahrung Spremberg, die allerdings durchgehend zweispurig ist.

Was der Landkreis Bautzen bei der B 97 auf sächsischer Seite möchte: „Ziel ist ein vollständiger, dem hohen Verkehrsaufkommen angepasster Ausbau und somit die Schaffung einer sicheren und leistungsfähigen Verbindung.“ Das dürften sich auch Pendler wünschen, die regelmäßig die B 97 von Hoyerswerda Richtung Dresden nutzen. Vor allem dort fahren Autofahrer oft kilometerweit Lastwagen-Kolonnen hinterher.

Vorhaben 2: Hoyerswerda an die A 13 anbinden. Die Kreisverwaltung verfolgt den rund 20 Jahre alten Plan weiter, einen Neu- oder Ausbau eines Autobahnzubringers von Hoyerswerda an die A 13 zu schaffen. „Die schnelle Erreichbarkeit von Bundesautobahnen ist ein wichtiges Standortkriterium für Unternehmen“, sagt auch die Verwaltung in Bautzen. Die Realität sieht gut drei Jahrzehnte nach der politischen Wende so aus: Autofahrer fahren über Lauta, Lauta Dorf, Hosena und Schwarzbach mitten durch den Wald nach Ruhland. Dort geht es durch die Stadt, ehe die Autobahnauffahrt zur A 13 folgt. Von Hoyerswerda aus kann bis dorthin schon einmal eine Dreiviertelstunde vergehen. Zwei andere Varianten führen durch Senftenberg zur Auffahrt Klettwitz oder über die Bundesstraße 156 – vorbei am Brandenburger Tor – durch Großräschen und Freienhufen zur Auffahrt Freienhufen. Auch das dauert zwischen 35 und 45 Minuten.

Vorhaben 3: Fertigstellung des Neubaus der B 178. Es fehlen noch einige Kilometer zwischen der A 4-Anschlussstelle Weißenberg und der neuen B 178, die das deutsch-polnische und deutsch-tschechische Grenzgebiet an die Autobahn anschließen soll. Für die Region Hoyerswerda hat dieses Projekt keine Auswirkungen.

Vorhaben 4: Elektrifizierung und Ausbau der Bahnverbindung Görlitz - Berlin mit Direktanbindung an den zukünftigen Flughafen BER. Für eine „aktive Gestaltung des Strukturwandels in der Energiewirtschaft der Lausitz ist die Verbindung der Landkreise an die Bundeshauptstadt Berlin schienenseitig aufzuwerten“, heißt es seitens der Kreisverwaltung. Ziel: Die Oberlausitz soll besser an den Berliner Raum angebunden werden. Für die Region Hoyerswerda heißt das: Die nächsten Bahnhöfe dieser Strecke sind Spremberg, Schleife und Weißwasser.

Vorhaben 5: Elektrifizierung und Ausbau der Bahnverbindung Dresden – Bautzen – Görlitz. Die internationale Einbindung in ein elektrifiziertes Eisenbahnnetz ist für den Kreis Bautzen von hoher Relevanz, heißt es. Von einer Stärkung der Verbindung der Oberzentren Dresden und Breslau verspricht sich der Landkreis einen besseren Zugang zu überregionalen Märkten.

Vorhaben 6: ÖPNV-Angebote im ländlichen Raum. Der Landkreis Bautzen plant, die Angebote des Öffentlichen Personennahverkehrs zu stärken, etwa durch flächendeckende Bus- und Bahnangebote. Zudem sollen laut Kreisverwaltung Anbindungen zwischen Autoverkehr und ÖPNV geschaffen werden, zum Beispiel durch Pendlerparkplätze. In Hoyerswerda gibt es beim ÖPNV eine Sondersituation: Die Verkehrsgesellschaft (VGH) hat die Busflotte im Stadtgebiet unter sich, der Landkreis bestellt die Fahrten auf den anderen Busstrecken.