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| 08:00 Uhr

Kradfahrer stirbt an Unfallschwerpunkt bei Hoyerswerda
Warum es immer wieder zu Horror-Unfällen auf der B 97 kommt

 Ein zerstörtes Krad, ein kaputtes Auto, ein ausgelöschtes Leben: Ein 48-Jähriger ist tot. Er ist bereits das zweite Todesopfer in diesem Jahr.
Ein zerstörtes Krad, ein kaputtes Auto, ein ausgelöschtes Leben: Ein 48-Jähriger ist tot. Er ist bereits das zweite Todesopfer in diesem Jahr. FOTO: Henry Gbureck
Hoyerswerda. Ein 48-jähriger Krad-Fahrer ist am Montag nahe Neukollm auf der B 97 ums Leben gekommen. Immer wieder gibt es auf der Strecke schwere Unfälle. Die RUNDSCHAU hat Behörden gefragt, ob und wie die Unfallrisiken minimiert werden können. Von Sascha Klein

Montagmorgen, zwischen Hoyerswerda und Bernsdorf: Nahe des Abzweigs Neukollm ist überall Blaulicht. Im Radio heißt es: Die B 97 zwischen Hoyerswerda und Bernsdorf ist nach einem Motorradunfall voll gesperrt. Eine Nachfrage bei der Polizeidirektion in Görlitz bringt traurige Gewissheit:
Ein 48 Jahre alter Mann ist ums Leben gekommen.

Auto fährt auf Krad auf

Die Polizei rekonstruiert den Unfall so: Offenbar sind ein 27-jähriger Audi-Fahrer und das 48-jährige Todesopfer, ein Kradfahrer, beide aus Richtung Hoyerswerda kommend in Richtung Bernsdorf unterwegs. Laut Polizei soll der Autofahrer auf den Kradfahrer aufgefahren sein. Durch den Zusammenprall sei der Mann auf die Windschutzscheibe geschleudert worden und schließlich auf den Asphalt geprallt. Ein Notarzt habe nur noch den Tod des Mannes feststellen können, so die Polizei weiter. Der 27-jährige Autofahrer habe einen Schock erlitten und sei in ein Krankenhaus eingeliefert worden.

In jedem Jahr gibt es von der B 97 zwischen Hoyerswerda und Bernsdorf solche Horror-Meldungen. Schwere Unfälle mit Leicht- oder Schwerverletzten, sogar einige, bei denen Menschenleben zu beklagen sind. Zuletzt war ein 59-jähriger Lkw-Fahrer auf der Bundesstraße ums Leben gekommen (siehe Info)

Warum immer die B 97? Die Verbindung zwischen Hoyerswerda und Dresden führt auf diesem Teilstück mitten durch den Wald, hat jedoch einige tückische Steigungen und Senken. Es gibt bereits partiell Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 70 Stundenkilometer. Trotzdem sind Rasen und gefährliches Überholen dort an der Tagesordnung.

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Eine neuralgische Stelle ist der Part bei Neukollm, wo die B 97 auf die Staatsstraße 198 trifft, die nach Schwarzkollm führt. Nahe dieser Kreuzung sind sowohl der Krad-Fahrer am Montagmorgen als auch der Lastwagen-Fahrer Anfang Juni ums Leben gekommen.

Laut Unfallatlas des Statistischen Bundesamtes und der Statistischen Landesämter hat es allein im Bereich Neukollm in den Jahren 2016 bis 2017 drei schwere Unfälle mit Verletzten gegeben. In dem Statistikportal sind in den Jahren 2016 bis 2018 insgesamt 16 Unfälle mit Schwer- und Leichtverletzten sowie Todesopfern auf der B 97 zwischen Hoyerswerda und Bernsdorf angegeben.

Behörden sind zurückhaltend

Die RUNDSCHAU fragt beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LasuV) nach. Die Frage: Was ist auf dieser Strecke möglich, um für mehr Sicherheit zu sorgen? Geschwindigkeitsbegrenzung? Ein dauerhaftes Überholverbot? Das LaSuV verweist auf die Zuständigkeit des Bautzener Landratsamts.

Das Landratsamt verweist auf die Zuständigkeit der Stadt Hoyerswerda in diesem Bereich. Eine Sprecherin der Stadtverwaltung betont: „Die Strecke ist unter Beobachtung. Wenn sich die Unfälle dort häufen, muss über neue Maßnahmen nachgedacht werden.“