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Gemeinderat
B 96 muss bei Särchen voll gesperrt werden

Gross Särchen. Die Straße verläuft bei Neubuchwalde über gekippte Flächen. Nun ist die Sicherung der Fahrbahn nötig.

(cw) Ziemlich einschneidend wird wohl eine längerfristige Straßenbaumaßnahme im nächsten Jahr sein. Voraussichtlch ab April 2018 muss die Bundesstraße 96 vor Groß Särchen für mehrere Monate voll gesperrt werden. Im Bereich der Kurve am Abzweig nach Maukendorf haben Fachleute neue Fahrbahnrisse entdeckt und sind der Sache auf den Grund gegangen. Das überraschende Ergebnis: Die Fahrbahn verläuft über teilweise gekipptes Gelände.

Die Risse im Fahrbahnbelag wurden während der im vergangenen Jahr durchgeführten Bauarbeiten zum Hochwasserschutz am Schwarzwasser entdeckt. Die Landestalsperrenverwaltung hatte entlang der B 96 nahe Groß Särchen eine Spundwand bauen lassen, infolge dessen die Fahrbahnrisse auftauchten. Eine Sanierung der Asphaltschichten ist deshalb erforderlich.

Aber nicht nur das. Auch die Bergbausanierer der LMBV sehen eine dringende Notwendkeit für eine Fahrbahnsicherung in diesem Bereich. Im Zusammenhang mit Erkundungen für die Sanierungsarbeiten am Knappensee, bei der die Grenze  zwischen gewachsenem und gekipptem Boden gesucht wurde, wurde deutlich: Auf einer Länge von zirka 80 Metern ist unterhalb der B 96 nur ein kippenähnliches unzureichend verdichtetes Material vorhanden. „Dieser Bereich ist in unmittelbarer Nähe der eingetretenen Fahrbahnrisse“, erklärt LMBV-Pressesprecher Uwe Steinhuber. „Im Zuge der geplanten geotechnischen Sanierung der Knappensee-Uferbereiche im Abschnitt D-West kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei einem ausreichenden Initial dieses lose gelagerte Material angeregt wird und somit Schäden an der Straße verursacht.“

Durch einen Sachverständigen für Geotechnik wurde deshalb empfohlen, während der Rütteldruckverdichtungen an dem nahegelegenen Uferbereich des Knappensees die Straße B 96 voll zu sperren oder bereits vorher eine Sicherung des Untergrundes (ebenfalls mit Vollsperrung) vorzunehmen.

Die zweite Variante ist nun also ins Auge gefasst. Derzeit wird eine Vereinbarung zwischen der LMBV und dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) vorbereitet, die eine gemeinsame Maßnahme beinhaltet. Zum einen soll der lose Baugrund unter der Straße mittels Rütteldruckverdichtung gesichert werden und zum anderen eine komplette Deckschichterneuerung erfolgen. „Dazu ist voraussichtlich eine längere Vollsperrung erforderlich“, bestätigt Uwe Steinhuber.

Vorerst geplant ist das Bauvorhaben nächstes Jahr von Frühjahr bis Herbst. „So sind jetzt jedenfalls die  Informationen für uns als Kommune“, erklärte der Lohsaer Bauamtsleiter Wolfgang Tietze auf Anfrage im Gemeinderat. Die Vollsperrung der Bundesstraße wird auch in den Anrainer-Kommunen Lohsa und Wittichenau weite Kreise zeihen. Denn es müssen Umleitungsstrecken ausgewiesen werden. „Das kollidiert mit Bauvorhaben, die wir als Gemeinde planen.“ So wolle Lohsa auf der Rachlauer Straße Tiefbauarbeiten durchführen, aber die Straße werde auch als Umleitung benötigt.