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| 03:22 Uhr

Autogas als Alternative

Unaufhörlich steigende Preise bei Benzin und Diesel lassen Autofahrer an der Tanksäule fast verzweifeln. Zunehmend sehen sie sich deshalb nach günstigeren Alternativen für den Antrieb ihres Fahrzeuges um. Eine davon ist die Kombination aus Benzinmotor und Flüssiggasbetrieb Liquified Petroleum Gas (LPG). Die RUNDSCHAU hörte sich danach in vier Autohäusern in Weißwasser um. Von Ingolf Tschätsch

Bei Ford Kieschnick hat man laut Verkaufsberater Siegbert Kremp die Erfahrung gemacht, dass diese Variante im Kommen ist. Das würden die verstärkten Nachfragen nach dem Autogasbetrieb zeigen. Dabei sei es aber nicht geblieben. "Allein in unserem Autohaus in Weißwasser haben sich in diesem Jahr bisher vier Kunden für diese Variante entschieden. An unserem Unternehmensstandort in Hoyerswerda sind es schätzungsweise noch einmal zwischen acht und zehn. Somit kann ich sagen, dass bis dato rund 15 Bürger bei Ford Kieschnick entweder ihren Pkw auf Autogas umrüsten ließen oder ihn gleich mit diesem kombinierten Benzin/Gasantrieb ab Werk bestellt haben. Im vorigen Jahr hatten wir hier null Anfragen, was den Flüssiggasbetrieb betraf. Das zeigt, dass mit LPG betriebene Autos im Kommen sind", erklärt Kremp im Gespräch mit der RUNDSCHAU.

Laut der "Autozeitung" vom 23. Juli würden die Automobilhersteller darauf reagieren, dass gasangetriebene Autos zunehmend beliebter werden und rüsten immer mehr Modelle schon werksseitig für den Betrieb mit Flüssiggas oder Erdgas (CNG=Compressed Natural Gas) aus. Inwischen, so das Fachblatt, sind mehr als 70 verschiedene Modelle in Deutschland erhältlich. Siegbert Kremp verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass Ford zu diesen Herstellern gehöre, bei dem der Kunde sein Neufahrzeug schon mit Flüssig- oder Erdgas ab Werk bestellen kann. Ab 2500 Euro kostet nach seinen Angaben eine Umrüstung von Gebrauchtwagen auf Flüssiggas, die die Weißwasseraner Werkstatt übrigens selbst vornimmt.

Umrüsten in Polen? Der Ford-Verkaufsberater möchte zu diesem Thema nicht viel sagen. "Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich weiß, dass manche das machen, weil es billiger ist. Grundsätzlich abraten möchte ich davon nicht. Es sollte jedoch bedacht werden, dass es am Ende zu Problemen beispielsweise wegen der Garantie kommen kann", so Kremp. Das Thema Flüssiggas spiele im Skoda-Autohaus Am Alten Dorf nach Aussage seines Geschäftsführers Matthias Klei kaum eine Rolle. "Zwei Kunden haben sich ein Angebot wegen einer Nachrüstung eingeholt. Dabei ist es aber auch geblieben", so der Chef.

Skoda würde ab Werk keine Fahrzeuge mit LPG oder CNG ausliefern, erklärt er. Klei sieht die Thematik Autogas mit sehr gemischten Gefühlen, wie er bekennt, und erläutert auch, warum: "Unser meistverkauftes Modell ist die Fabia-Limousine. Die verbraucht schon nur 6,5 Liter. Ich weiß nicht, wo hier noch gespart werden soll? Man muss immer das Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen sehen.

Warum aufwändige, teure Nachrüstungen, wenn es auch anders geht? Im Übrigen kann ich das Gefühl nicht los werden, dass das mit dem Autogas wieder so eine politische Kampagne ist, die plötzlich hochkocht und dann wieder schnell vergessen ist, wie es auch mit anderen Dingen in der Autobranche passiert ist."

In der Autohaus Koslick GmbH am Halbendorfer Weg verhält es sich ähnlich, wenn das Gespräch auf Flüsiggas kommt. Die Resonanz der Kunden ist nach den Worten von Mario Hubatsch vom Kundendienst sehr bescheiden. Ja, es würde schon mal nachgefragt werden, mehr aber auch nicht. "Wir können Interessenten, die eine Alternative zu Benzin oder Diesel suchen, auf unseren ,Prius` verweisen, ein Auto mit Hybridantrieb, also mit Benzin- und Elektromotor", erläutert Hubatsch.

Dagegen spiele Flüssiggas im ACO Autohaus Weißwasser schon eine Rolle, betont die stellvertretende Geschäftsführerin Elisabeth Henke. Das Interesse an Umrüstungen sei groß, selbst ein Mitarbeiter habe vor wenigen Tagen davon Gebrauch gemacht. "Wir haben von unseren Kunden auch keine negativen Meinungen dazu gehört", so Henke, die darauf hinweist, dass die Werkstatt für Umrüstungen zertifiziert sei und am Standort des ACO Autohauses Henke in Niesky eine eigene Gastankstelle betrieben werde. Laut der stellvertretenden Geschäftsführerin habe sich ein Mitarbeiter speziell auf Autogas spezialisiert und könne bei Anfragen fundierte Auskünfte geben.

"Anhand einer Exel-Tabelle ist es uns möglich, auszurechnen, was der Kunde im Monat und im Jahr mit Autogas spart", so Elisabeth Henke. Opel würde auch Fahrzeuge schon ab Werk mit diesem Antrieb ausliefern, erfährt die RUNDSCHAU. Die Frau vom Fach erklärt, dass man sich mit dem Thema Autogas intensiv beschäftigen müsse, um sich eine Meinung bilden zu können.

Das beträfe die Kunden genauso wie die Beschäftigten in den Autohäusern. Vom Umrüsten in Polen hält Elisabeth Henke nichts und rät auch davon ab.