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| 02:49 Uhr

Autofahrer behindern Streufahrzeug

Bautzen/Görlitz. Tief Hubertus kam mit Blitzeis und Neuschnee in die Oberlausitz, das Verkehrschaos blieb dennoch aus, resümiert die Polizeidirektion.

(red/br) Tief Hubertus hat die Landkreise Bautzen und Görlitz am Montagabend und Dienstagmorgen fest in seinem Griff gehabt. Vielerorts kämpften die Bewohner mit überfrierendem Regen, glatten Straßen und Wegen sowie Neuschnee. Besonders in den Höhenlagen fegte dazu ein stürmischer Südwind über Feld und Flur. Der Deutsche Wetterdienst hatte die Bevölkerung über die Medien und Katastrophenwarn-Apps wie Katwarn oder Nina vor der Wetterlage gewarnt, teilt die Polizei mit. Sie verzeichnete in der Oberlausitz leicht erhöhte Unfallzahlen. Das befürchtete Chaos blieb jedoch aus, heißt es weiter. Bis gestern fünf Uhr morgens wurden der Polizei insgesamt 69 Verkehrsunfälle gemeldet, von denen etwa ein Drittel auf Glatteis zurückzuführen war. Am Dienstagmorgen kamen zwischen fünf und zehn Uhr rund 20 weitere Karambolagen hinzu. In den meisten Fällen blieb es bei Blechschäden.

Vielerorts waren die Winterdienste im Dauereinsatz, um insbesondere die BAB 4 sowie die Bundesstraßen befahrbar zu halten, heißt es vonseiten der Polizei. Dennoch stellten die üblichen neuralgischen Stellen an stärkeren Steigungen wie dem Kottmarsdorfer Berg (S 148), auf der B 6 bei Kubschütz, dem Eiseroder Berg oder dem Zoblitzer Berg sowie die Kunnersdorfer Senke auf der B 115 insbesondere Lkw-Fahrer vor Herausforderungen. Immer wieder blieben einzelne Gespanne auf den winterglatten Fahrbahnen liegen und benötigten die Hilfe des Winterdienstes, um weiterfahren zu können. Zähfließender Verkehr und längere Wartezeiten waren die Folge.

Beispielhaft nennt die Polizei einen Unfall bei Kamenz. Montag, gegen 21 Uhr, waren zwei Hobby-Jäger zusammen mit einem Bekannten auf einem Feldweg bei Deutschbaselitz in einer Schneewehe mit ihrem Auto steckengeblieben. Eine Streife des Polizeireviers Kamenz kämpfte sich zu der angegebenen Stelle durch. Der Streifenführer meldete dem Führungs- und Lagezentrum anschließend über Funk, dass das Auto der Männer auch mit vereinter Muskelkraft nicht freizubekommen war. Kurzerhand brachten die Beamten die beiden Jäger zu ihrer Pension, der Pkw blieb zurück.

In Höhe der Anschlussstelle Görlitz der Autobahn 4 war Montagabend ein Sattelzug in die Böschung gerutscht. Der 49-jährige Fernfahrer hatte offenbar aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Gespann verloren. Es kam nach rechts von der Fahrbahn ab. Dabei riss der Tank des Lkw auf, rund 700 Liter Diesel ergossen sich in die Umwelt. Die Görlitzer Feuerwehr und ein Bergungsunternehmen kümmerten sich um die Leckage und das havarierte Fahrzeug. Verletzt wurde niemand. Der Schaden bezifferte sich auf rund 50 000 Euro.

Streifen der Autobahnpolizei haben in der Nacht zu gestern auf der BAB 4 am Burkauer Berg dem Winterdienst helfen müssen. Einige Lkw waren an der berüchtigten Steigung in beiden Fahrtrichtungen liegengeblieben und blockierten die Strecke. Doch auch ungeduldige Autofahrer machten dem Streufahrzeug keinen Platz. So bahnte die Streife der Autobahnpolizei dem Schneepflug samt breitem Schiebeschild den Weg durch die kreuz und quer stehenden Fahrzeuge, heißt es im Polizeibericht.