Im Einsatzmodus sind gerade die Kameraden der drei Katastrophenschutzzüge des Landkreises Bautzen auf der Autobahn A4 in Richtung Polen. Der Grund: der 60-Kilometer-Stau der Lastwagen aufgrund der Grenzkontrollen durch das Nachbarland Polen. Die Fahrer sitzen also bis zu 30 Stunden in ihren Fahrzeugen und haben irgendwann nichts mehr zu essen und zu trinken.

Schutzzug für 30 Kilometer Autobahn zuständig

Über diese Situation wurde am 17. März gegen 22 Uhr die Integrierte Regionalleitstelle Ostsachsen in Hoyerswerda informiert, die sofort die vom Malteser Hilfsdienst betriebenen Katastrophenschutzzüge alarmierte. „Wir sind für den 30 Kilometer langen Autobahnabschnitt im Landkreis zuständig und organisieren einen großen Betreuungs- und Versorgungseinsatz mit“, erklärt Christian Rößler, stellvertretender Zugführer des in Hoyerswerda stationierten dritten Katastrophenschutzzuges. Er war nachts mit zehn Helfern seines Zuges dort und versorgte bis zwei Uhr zahllose Betroffene mit Wasserflaschen und Nahrungsmitteln. „Die Menschen waren frustriert, aber die Lage war ruhig“, so Rößler.

Cottbus/Görlitz

Weil der Stau so groß ist, sind die Ehrenamtlichen am Tag darauf in zwei Schichten unterwegs. Auf dem Gelände der Berufsfeuerwehr Bautzen kochen sie in Zelten Suppe, Kaffee und Tee.

Einsatz in Zehnergruppen

Die insgesamt 64 Kameraden des dritten Katastrophenschutzzuges sind in Zehnergruppen abwechselnd mit im Einsatz. Einer von ihnen ist der 18-jährige Simon Lattke, der nach dem Abitur Medizin studieren will. Im Moment kombiniert er seine Prüfungsvorbereitung mit dem Ehrenamt im Katastrophenschutzzug. Dort sammelt er erste Erfahrungen beim Umgang mit schwierigen Situationen und erlebt, wie befriedigend es ist, anderen zu helfen, sagt Lattke.