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| 10:00 Uhr

60 Jahre Zoo in Hoyerswerda
Ausstellung zeigt wie ein Tiergarten entsteht

 In der neuen Sonderausstellung im Schloss Hoyerswerda gibt es viel zu entdecken: Dietmar Schiemenz und Dieter Mücke in der Ausstellung zu „60 Jahre Zoo“.
In der neuen Sonderausstellung im Schloss Hoyerswerda gibt es viel zu entdecken: Dietmar Schiemenz und Dieter Mücke in der Ausstellung zu „60 Jahre Zoo“. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Eine neue Ausstellung zeigt in Hoyerswerda das Werden und Wachsen von einem Schlossgarten zum Zoo in 60 Jahren. Zum Jubiläum „60 Jahre Zoo“ gibt es nun auch eine Broschüre. Von Katrin Demczenko

Vom Schlossgarten zum Zoo in 60 Jahren – diese Entwicklung ist jetzt in einer Jubiläums- und Sonderausstellung im Schloss Hoyerswerda nachzuvollziehen, die am Sonntag eröffnet wurde. Unter dem Titel „Ein Tiergarten entsteht“ werden die Entwicklungsetappen der Einrichtung mit Worten, vielen Originalfotos und Filmaufnahmen noch einmal lebendig.

Einen wichtigen Platz hat das Einbinden von Kunstwerken in den Zoo. Der Schöpfer dieser Idee ist Jürgen von Woyski, der im Zoo 1975 das Internationale Bildhauersymposium ins Leben rief und die Veranstaltungen bis 1989 geleitet hat. Dieses Jahr wäre der Künstler 90 Jahre alt geworden.

Gewürdigt wird in der Jubiläumsausstellung freilich auch Günter Peters. Gezeigt werden unter anderem 15 seiner Gemälde auf Hartfaserplatten, die Dank Spenden nun gerahmt sind, sagte Boglarka Ilona Szücz . Ohne Günter Peters als ersten Direktor des Heimatmuseums im Schloss, der ab 1952 auch Verantwortung für das Gebäude und den Schlosspark übernommen hatte, wäre in der Altstadt vielleicht nie ein Tiergarten entstanden. Mitte der 1950er-Jahre siedelte Peters im Schlossgraben Schwäne an. Später entstand – unterstützt durch Freiwillige – ein erstes Gehege für Ponys; und zwar dort, wo 2019 die Teilnehmer des Bildhauersymposiums gearbeitet haben, berichtet Boglarka Ilona Szücz. Der Ausstellungsbesucher Dietmar Schiemenz konnte sich erinnern, als Schüler beim Beräumen dieses Geländes und dem Bau des Zauns neben der Fischerstraße geholfen zu haben.

 Der jetzige Zooleiter Eugene Bruins (l.) und der frühere Zoodirektor Dr. Werner Jorga zeigen die neue Broschüre zu „60 Jahre Zoo“.
Der jetzige Zooleiter Eugene Bruins (l.) und der frühere Zoodirektor Dr. Werner Jorga zeigen die neue Broschüre zu „60 Jahre Zoo“. FOTO: Katrin Demczenko

Günter Peters ließ „ohne Plan“ das erste Tropenhaus und andere Anlagen bauen, was nur mit viel Hilfe durch Betriebe der Region und engagierte Bürger umsetzbar war. Der Zoo Dresden stellte zu dieser Zeit immer wieder Tiere zur Verfügung, die gezeigt werden konnten.

Der Kunstmaler Peters holte erste Kunstwerke in den 1959 eröffneten Tiergarten, darunter den Sorbischen Osterbrunnen von Jürgen von Woyski, der bis heute den Zoo verschönert. Prof. Ivo Mohrmann aus Dresden war ein Ehrengast der Vernissage und sagte, dass es für seinen Schwiegervater Jürgen von Woyski eine einmalige Chance gewesen war, von Anfang an die Neustadt und das Zoogelände mitzugestalten.

Als weiterer Ehrengast der Veranstaltung wurde Dr. Werner Jorga begrüßt, der die Leitung des Tiergartens 1984 von Dr. Dieter Hohmann übernommen hatte. Dieser war Nachfolger von Günter Peters, der 1975 in Rente ging. „Dr. Dieter Hohmann und ich haben die Wissenschaftlichkeit in den Zoo hineingebracht“, sagte Jorga, der bisher langjährigste Leiter der Einrichtung. Er hatte es auch 1994 geschafft, dass der Tiergarten vom Dresdener Regierungspräsidenten Helmut Weidelener als Zoo anerkannt wurde.

Boglarka Ilona Szücz zitierte einen Satz von Günter Peters über den Tiergarten, den dieser etwa 1969 aufgeschrieben hatte. „Wenn wir dazu noch die glückliche Lage inmitten der Stadt in Betracht ziehen, dürfen wir in doppeltem Sinne von einem Kulturzentrum reden“. Die weitere Entwicklung bis heute gab dem Gründer der Einrichtung recht.

Die Ausstellung im Schloss ist noch bis zum 7. November zu sehen.