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Ausstellung über Migranten in Bautzen

Bautzen. Die letzte Veranstaltung der Interkulturellen Woche in Bautzen ist eine Ausstellungseröffnung am Sonntag, 16. Oktober, 16 Uhr, im Museum, Kornmarkt 1. red/dh

"Migranten in der 1000-jährigen Stadt Bautzen" ist der Titel der Exposition.

Schau geht auf Wanderschaft

Laut Anna Pietak-Malinowska, Ausländerbeauftragte im Landkreis Bautzen, haben einheimische und zugewanderte Jugendliche mehr als ein halbes Jahr lang am Projekt "Migranten in Bautzen" gearbeitet. Die mehr als 60 Teilnehmer untersuchten das Leben der Einwanderer und versuchten sich den Themen Migration, Flucht und Einwanderung auf unterschiedliche Weise zu nähern. Die Ergebnisse werden nun in den vier Teilen "Geschichte", "Stadtkurs", "Film und Foto" und "Kreatives Gestalten" der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Ausstellung ist bis Anfang November im Museum Bautzen zu sehen. Ab dem 11. November wird sie im Schiller-Gymnasium Bautzen gezeigt. Vom 25. bis 27. November wird sie in S{lstrok}ubice (Polen) im Rahmen der Konferenz zu "Nowa Amerika - im Land der Migranten" präsentiert und später gemeinsam mit sieben weiteren Teilausstellungen aus Polen und Deutschland auf Wanderschaft durch Orte entlang der deutsch-polnischen Grenze gehen.

Wie kamen die Arbeiten in den einzelnen Gruppen zustande? Jugendliche, die sich für Migranten in der Geschichte und im heutigen Bautzen und dem Bautzener Land interessierten, besuchten im Juni entsprechende Einrichtungen der Stadt (Bibliothek, Archiv), erklärt die Ausländerbeauftragte. Sie nahmen an der Stadtführung und den Museumsführungen zum Thema "Auf den Spuren der bekannten und nicht bekannten Persönlichkeiten und Migrantengruppen ausländischer Herkunft" in Bautzen teil. Das gesammelte Material, bestehend aus Fotos, Archivbildern und Notizen, diente als Grundlage für den Film- und Foto- sowie Kreativworkshop.

Fiktive Tagebücher

Für das Teilprojekt "Stadtkurs" haben Schüler des fächerübergreifenden Stadtkurses der Klasse 12 des Schiller-Gymnasiums Bautzen unter fachlicher Betreuung von Ulrike Wiezorek seit März im Archivverbund Bautzen Akten zur Flucht und Vertreibung am Ende des Zweiten Weltkrieges studiert und Zeitzeugen befragt. Die Ergebnisse der Arbeit sind Audiodateien mit fiktiven Tagebüchern und ein Vortrag zu den Umständen der Flucht und dem Ankommen, der Unterbringung und der Versorgung der Vertriebenen.

Wie Anna Pietak-Malinowska weiter informiert, haben in dem Filmworkshop, der im Juli stattfand, zehn Teilnehmer mit Unterstützung von SAEK-Mitarbeitern acht Bautzener Persönlichkeiten mit ausländischen Wurzeln interviewt. Sie erarbeiteten zwei Porträts von historischen Personen, die sich für die Stadt Bautzen verdient gemacht haben. Die Kurzfilme können die Museumsbesucher während der Ausstellung auf einem Touchscreen sehen. Auch mit der Fotokamera sind viele Bilder entstanden. Diese sind in einem Kalender zusammengefasst, der zwölf Bautzener mit ausländischer Herkunft porträtiert.

Im Oktober gestaltete die vierte Gruppe mit 15 Teilnehmern, darunter auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Bautzen, unter Leitung der Kreativpädagogin R. Ellen Spengler vier große bunte Würfel. Diese bilden den Mittelpunkt der Ausstellung, wie Anna Pietak-Malinowska weiter informiert.