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| 16:48 Uhr

Streitigkeiten
Aus Moll soll wieder Dur werden: Chor Wiednitz hakt Geld-Zwist ab

Die Chorgemeinschaft Wiednitz besteht derzeit aus 30 Mitgliedern. Mehrmals im Jahr fahren sie zu Auftritten. Hier präsentieren sie ihre Gesangskünste auf dem Chorfest in Moritzburg.
Die Chorgemeinschaft Wiednitz besteht derzeit aus 30 Mitgliedern. Mehrmals im Jahr fahren sie zu Auftritten. Hier präsentieren sie ihre Gesangskünste auf dem Chorfest in Moritzburg. FOTO: Chorgemeinschaft Wiednitz
Bernsdorf. Stadtrat Bernsdorf beschließt umstrittene Mehrkosten für Probestätte der Chorgemeinschaft. Von Anja Hummel

Direkt nach dem Stadtrat-Votum greift Ralf Pieczonka nach seiner Jacke und verschwindet aus dem Sitzungssaal. Was der Vorstandsvorsitzende der Wiednitzer Chorgemeinschaft auch mit nach draußen nimmt: Erleichterung. Die lange Diskussion ist endlich passé.

Denn nach einigen Diskrepanzen innerhalb der Chorgemeinschaft, aber auch mit der Stadtverwaltung, ist die Entscheidung gefallen: Für die wöchentliche Nutzung ihres Proberaumes im Wiednitzer Jägerhof, einem kommunalen Objekt, muss die Chorgemeinschaft ab sofort tiefer in die Tasche greifen. Statt eines Jahresbeitrages von 120 Euro kommen nun Kosten in Höhe von 520 Euro jährlich auf die 30 Mitglieder zu.

Der Grund: Während einerseits die Kalkulationen für laufende Kosten der Vereinsstätte längst überholt waren, beschloss die Stadt bereits vor einiger Zeit eine neue Klausel. Diese klärt, dass alle Vereine für die Nutzung kommunaler Gebäude einen prozentual gleichen Gebührenanteil an die Stadt zu zahlen haben.

Die darauf basierende neue Rechnung hatte im Vorfeld bei einigen Chormitgliedern für mächtig Zündstoff gesorgt. Als „nicht akzeptabel“ wurde die Anpassung der Nutzungsgebühr bezeichnet, sogar von „Existenzbedrohung“ war die Rede.

Vor dem Bernsdorfer Stadtrat äußerte sich nun erstmalig der Vorstand zum Thema. Vor der Abstimmung der Stadträte ergriff Ralf Pieczonka das Wort: „Der Chor wird der höheren Miete zustimmen.“ Zwar mahnte Pieczonka unter anderem an, die Stadt hätte den Chor nicht angemessen über die bereits im vergangenen Sommer beschlossene Gebührenerhöhung informiert. Jedoch sei es nach mehreren Anläufen zu einer Einigung über 520 Euro Jahresmiete gekommen. „Wir möchten keine Sonderbehandlung gegenüber allen anderen Vereinen“, machte Pieczonka klar.

Er nutzt die Gelegenheit außerdem, um Gerüchte aus der Welt zu schaffen: „Der Chor befindet sich nicht in Auflösung, wir befinden uns nicht einmal in der Nähe einer solchen“, machte er deutlich. Fest davon überzeugt sei Pieczonka, dass der Chor auch die momentane Krise meistern wird. Er spricht von „starker Gemeinschaft“ mit „Blick in die Zukunft“. „Wir möchten die gute Zusammenarbeit mit unserer Stadt und dem Ortschaftsrat Wiednitz, wie sie vor dem Trubel bestand, wieder aufnehmen und weiter vertiefen“, kündigt Pieczonka an. Er wünscht sich Harmonie für den Chor, nicht nur musikalisch. Sein Fazit: „Es ist immer besser miteinander, anstatt übereinander zu sprechen.“

Mehr Informationen über die Chorgemeinschaft gibt es im Internet auf www.chor-wiednitz.de.