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| 14:49 Uhr

Koblenz
Aus der Scheune auf die Bühne

Die Schlepperfreunde präsentieren bei ihrem Schleppertreffen in Koblenz die „neue“ Dreschmaschine der Marke Fortschritt und des Typs K 143 mit dem Baujahr 1958. Sie wollen alte Technik weiterhin erlebbar machen.
Die Schlepperfreunde präsentieren bei ihrem Schleppertreffen in Koblenz die „neue“ Dreschmaschine der Marke Fortschritt und des Typs K 143 mit dem Baujahr 1958. Sie wollen alte Technik weiterhin erlebbar machen. FOTO: Anja Guhlan
Koblenz. Die Schlepperfreunde Koblenz zeigen, was ihre 60 Jahre alte Neuerwerbung beim Schleppertreffen leisten kann. Von Anja Guhlan

Die K 143 rattert und knarrt. Aber die alte Dreschmaschine mit dem Baujahr 1958 funktioniert. Sie drischt die Getreidekörner aus dem Getreide heraus. Übrig bleibt Stroh. Dass diese gute alte Maschine jahrzehntelang still stand, ahnt keiner. „Es ist ein Scheunenfund. Hätten wir als Schlepperfreunde Koblenz diese Dreschmaschine nicht erworben, wäre diese wahrscheinlich in der Schrottpresse gelandet“, sagt Achim Theka, der Vorsitzende des Vereins, der sich den Erhalt alter Landmaschinen als Ziel gesetzt hat.

Insgesamt drei Dreschmaschinen sind derzeit im Besitz des Vereins. Und jedes Jahr kommen sie während des Schleppertreffens erneut zum Einsatz, um den Besuchern ihre Funktionsweise zu erläutern. Auch Paul Völker aus Krieschow im Spreewald hört aufmerksam zu und beobachtet das Dreschen mit der K 143. „Das ist ein Stück Geschichte und die muss erhalten bleiben“, betont der 28-Jährige. Auch er interessiert sich seit Kindertagen für alte Landmaschinen und Traktoren. „Ich bin auf einem Dorf groß geworden, da gehört das irgendwie mit dazu“, erzählt er. Auch der neunjährige Eddie Strobel steht am Rand. Auf seinem T-Shirt, das er trägt, steht: „Wenn ich groß bin, werde ich Landwirt.“ Er interessiert sich auch schon für Traktoren und alte Maschinen. Stolz erzählt er, dass er auch schon auf einem Traktor gefahren ist. Für Johannes Fritsche aus Kemnitz ist die Dreschmaschine der Marke Fortschritt vom Typ K 143 nichts Besonderes mehr. „Wir haben auch solch eine Dreschmaschine bei uns bei den Traktorfreunden in Kemnitz . Aber wir freuen uns mit den Gleichgesinnten mit“, meint er. Die so genannte Stiften-Schmal-Dreschmaschine ist eine der letzten Dreschmaschinen vor der Einführung des Mähdreschers. „Die K 143 hatte sogar ein Auslandspatent und sollte in Länder wie Griechenland, die Türkei und Ägypten exportiert werden“, erklärt Achim Theka weiter. Die Maschine wiegt ungefähr anderthalb Tonnen und kommt auf eine Stundenleistung von rund 800 Kilogramm bei guter Reinigung. Das Besondere: Bei dieser Maschine wurde das Getreide bereits längs herum eingestellt. Bei den noch älteren Dreschmaschinen wird das Getreide noch quer eingeführt, wie die Besucher beobachten können.

Auch die Freunde alter Landtechnik aus Seidewinkel stehen in der Nähe der neuen Dreschmaschine. Es wird unter Gleichgesinnten gefachsimpelt und sich ausgetauscht. „Austausch ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Es gibt kaum noch Leute, die solche alten Maschinen bedienen können. Dabei sollte dieses Wissen unbedingt erhalten bleiben und auch der Jugend immer weiter übergeben werden“, so Siegmar Ruhner. Er kommt seit Jahren zu dem Schlepertreffen in Koblenz.  Besonders die große Fläche, auf der wieder mehr als 250 Traktoren ausgestellt sind, gefällt ihm. „Es ist mit Abstand eines der größten Treffen hier in der Region“, betont der 58-Jährige.

Für das Gelingen des Treffens tragen sowohl die insgesamt 36 Mitglieder der Schlepperfreunde als auch zusätzliche hundert Helfer bei.  „Wir sind ganz froh, dass unser Treffen jedes Jahr auf das Neue so gut angenommen wird“, sagt Vereinschef Achim Theka und freut sich über die Resonanz des mittlerweile 15. Schleppertreffens. Im nächsten Jahr soll es dann eine weitere Auflage des Treffens geben.