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Aus dem Bus geht es mit dem Rollator rückwärts

Rita Rösner (75) übt das Ein- und Aussteigen in beziehungsweise aus dem Bus. Dirk Droth von der VGH gibt ihr hilfreiche Tipps.
Rita Rösner (75) übt das Ein- und Aussteigen in beziehungsweise aus dem Bus. Dirk Droth von der VGH gibt ihr hilfreiche Tipps. FOTO: Anja Guhlan/ang1
Hoyerswerda. Seit zwei Jahren besitzt Rita Rösner einen Rollator, den sie täglich nutzt. Am Dienstagvormittag hat sie zum ersten Mal an einem Rollator-Training am Bus – losgelöst vom Linienbetrieb und ohne Zeitdruck – am Lausitzer Platz teilgenommen. ang1

"Demnächst steht unser Umzug bevor und dann bin ich auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen, um in die Neustadt zum Einkaufen zu kommen", erklärt die 75-Jährige und fügt hinzu: "Ich habe bei anderen Rollator-Fahrern gesehen, wie gut sie in den Bus hinein- und wieder herauskommen. Das wollte ich auch lernen."

Nun steht Dirk Droth von der Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda (VGH) neben ihr. Er erklärt ihr anschaulich, wie sie in den Bus mit Rollator einsteigt. "Mit dem Rollator bis an den Bus heranfahren, die Bremsen des Rollators betätigen, ankippen und dann die Bremsen loslassen und der Rollator fährt fast wie allein in den Bus", erklärt Droth. Im Bus wird darauf hingewiesen, sich niemals auf den Rollator zu setzen und stattdessen lieber einen Sitzplatz zu nehmen. Das Aussteigen wird rückwärts geübt. "Das ist wichtig, weil durch das Gewicht des Rollators dieser beim Vorwärtsausstieg samt Senior nach vorn kippen kann", gehen die Erläuterungen weiter.

Für Rita Rösner ist viel Neues dabei und die Übungen direkt am Bus sind hilfreich. "Ich fühle mich jetzt wirklich sicherer im Umgang mit dem Rollator am Bus", zieht die Seniorin ihr Fazit. Sie findet solche Angebote richtig gut.

Seit drei Jahren bietet die VGH solche öffentlichen Trainings an. "Wir möchten präventiv arbeiten, um Unfälle zu vermeiden und die Sorgen und Ängste der Rollator-Fahrer beim Busfahren zu nehmen oder zu mindern", erklärt Klaus-Peter Meyer, Leiter Verkehr bei der VGH. Bedarf und Nachfrage sind vorhanden. Die Zahl der älteren Menschen im Raum Hoyerswerda steige und demzufolge auch der Anteil, der die praktische Gehhilfe benutzt.

Das Rollator-Training nützt aber wenig, wenn die Gehilfe nicht richtig eingestellt ist, bemerkt Meyer. Zur Unterstützung ist deshalb auch der Orthopädie- und Rehatechniker Matthias Glaser vom Sanitätshaus "Spree-Passage" aus Spremberg vor Ort. Er prüft den Allgemeinzustand des Rollators, die Bremsen, die Lager, die Reifen und ob die Griffhöhe richtig eingestellt ist.

Bei Rita Rösners Rollator ist alles in Ordnung. Das freut die Senioren sehr. "Dann kann ich ja demnächst richtig viel Bus fahren", sagt sie schmunzelnd.