ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:41 Uhr

Auf der Suche nach der Fachkraft

Modernes Werkzeug für das Elektro- und Sanitärinstallations-Handwerk wird bei Klauke in Bernsdorf hergestellt. Beim ersten Berufemarkt an der Freien Oberschule zeigte Mitarbeiter Sven Jasiczek (l.) die neuesten Modelle auch den Schülern Michael Kleppisius und Lukas Friedrich(r.).
Modernes Werkzeug für das Elektro- und Sanitärinstallations-Handwerk wird bei Klauke in Bernsdorf hergestellt. Beim ersten Berufemarkt an der Freien Oberschule zeigte Mitarbeiter Sven Jasiczek (l.) die neuesten Modelle auch den Schülern Michael Kleppisius und Lukas Friedrich(r.). FOTO: Würz
Bernsdorf. Vielleicht ist es die kleinste Ausbildungsmesse weit und breit, die da gestern ihre Premiere an der Freien Oberschule Bernsdorf hatte. Auf dem Gang und in drei Klassenzimmern gibt es was zu Gucken, stehen Ansprechpartner aus Firmen bereit, sind Infomaterial und Werbegeschenke ausgelegt. Catrin Würz

Zum ersten Mal hat die Schule einen eigenen schulinternen Berufemarkt auf die Beine gestellt. Und siehe da: Fast jeder große Betrieb aus der Stadt und dem Umland wollte dabei nicht fehlen, um in Kontakt mit den künftigen Fachkräften zu kommen. Gut 20 Industrie- und Handwerksunternehmen aus der Region, aber auch Bundeswehr, Polizei und Deutsche Bahn investieren einen Vormittag lang in diese spezielle Nachwuchs-Suche - auch, wenn es nur eine einzügige Schule mit knapp 140 Schülern ist.

Mit dabei auch die Firma Bauder, die in Bernsdorf und Schwepnitz 90 Mitarbeiter beschäftigt und Kunststoffbahnen für Dächer herstellt. Jedes Jahr können zwei bis vier neue Auszubildende eingestellt werden. Es sei jedoch immer schwieriger geworden, diese vier Ausbildungsstellen auch wirklich zu besetzen, sagt Produktionsleiter Ralf Pieczonka. Die Idee für einen schulinternen Berufemarkt in Bernsdorf findet er deshalb toll. "Diese kleinen Veranstaltungen an Schulen bringen uns mehr als wenn wir drei Tage lang auf großen Karriere-Messen in Dresden oder Cottbus rumstehen", erklärt der Werkleiter.

Denn: Der schuleigene Berufemarkt in Bernsdorf bietet den so wichtigen persönlichen Kontakt zu den Siebt- bis Zehntklässlern, die jeweils klassenstufenweise für eine Stunde lang vom Unterricht freigestellt werden, um eigene Recherchen an den Infoständen der Firmen durchführen zu können. Vieles wollen die Schüler wie Michael Kleppisius oder Lukas Friedrich aus der 8. Klasse wissen: Wo sind theoretische und wo praktische Ausbildung? Auf welche Zeugnisnoten legt das Unternehmen besonders wert? Wie sieht es mit den Zukunfts-Chancen in dem Beruf aus? Und wie hoch ist eigentlich das Lehrlingsgeld?

Solche Fragen können Max Sonntag und Sange Kohlschmidt am Stand von O-I Glasspack natürlich beantworten. Die Beiden lernen in dem Glasbetrieb Mechatroniker im ersten Lehrjahr. Stolz zeigen sie ihre ersten aus Metall selbstgefertigten Werkzeuge vor. Das macht Eindruck bei den Oberschülern. Azubi Max aus Großgrabe war bis vor ein paar Monaten selbst noch Schüler an der Oberschule in Bernsdorf. Damals gab es den Berufemarkt noch nicht. "Ich finde die Idee aber gut. Hier kann jeder sehen, was es für Möglichkeiten speziell in Bernsdorf und in den Nachbarorten gibt", erklärt er.

Auch dar Werkzeughersteller Klauke mit Sitz in Bernsdorf ist mit einer jungen Fachkraft vor Ort. Leon Zimmermann aus Leippe hat dreieinhalb Jahre Zerspanungsmechaniker bei Klauke gelernt, hat seine Prüfungen gerade mit Bravour bestanden und ist vom Unternehmen eingestellt worden. Er berichtet den Schülern, was für einen modernen Beruf er hat: "Wir bedienen fast ausschließlich computergesteuerte Maschinen. Und Programmieren gehört auch dazu", erzählt er aus erster Hand.

Die Freie Oberschule will ihren Berufemarkt künftig aller zwei Jahre stattfinden lassen. "Und in der Zeit dazwischen halten wir weiter über Kooperationen und Projekte mit den Bernsdorfer Unternehmen Kontakt", sagt die stellvertretende Schulleiterin Yvonne Heinrich. Denn die Ausrichtung der Schule zur Berufs orientierung soll ja keine leere Hülle sein.

Zum Thema:
Oberschule "Am Planetarium" Hoyerswerda: die "Expertentage" finden jährlich im Herbst stattEvangelische OS Oßling: Berufemarkt am 21. MärzOberschule Lauta: eigene Ausbildungsmesse vor zwei Jahren ausprobiert, aber wieder verworfen