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| 15:30 Uhr

Tag des Wassers
Auf der Farm geht’s ums Wasser

Thomas Horn von der VBH (l.) erklärt Schülern am Modell die Filterung von Wasser, die im Wasserwerk stattfindet. Dort wird das Trinkwasser für die Hoyerswerdaer aufbereitet.
Thomas Horn von der VBH (l.) erklärt Schülern am Modell die Filterung von Wasser, die im Wasserwerk stattfindet. Dort wird das Trinkwasser für die Hoyerswerdaer aufbereitet. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Hoyerswerdaer Schüler informieren sich über die Qualität der Gewässer in der Bergbaufolgelandschaft. Das Lausitzer Seenland wird als Naturschutzgroßprojekt gestaltet. Von Katrin Demczenko

Schon zum achten Mal hat das Christlich-Soziale Bildungswerk Sachsen (CSB) auf der Kinder- und Jugendfarm Hoy­erswerda mit Unterstützung der Versorgungsbetriebe Hoyerswerda GmbH (VBH) den Tag des Wassers veranstaltet. So ist am Donnerstag die hohe Bedeutung von Wasser als Lebensgrundlage für Menschen und Umwelt in den Blickpunkt gerückt worden. Das Thema des Weltwassertages 2018 hieß „Nature for Water“.

Am Vormittag trafen circa 150 Hoy­erswerdaer Oberschüler, Gymnasiasten und Lehrlinge auf der Jugendfarm mit Vertretern von Firmen und vom Freistaat Sachsen, die ihnen ihre Arbeit zum Erhalt sauberen Wassers und naturnaher Landschaften vorstellten. Ein Partner war Dr. Alexander Harter, Leiter der Lausitzer Seenland gGmbH. Er sprach über Rekultivierungs- und Renaturierungsmaßnahmen von Bergbaufolgelandschaften, die er und seine Mitarbeiter in Nordsachsen vornehmen.

Das Lausitzer Seenland wird als Naturschutzgroßprojekt mitgestaltet und das ist einmalig in Europa. „Hier gibt es noch unzerschnittene Naturräume von über 100 Quadratkilometern, die unbedingt erhaltenswert sind“, sagt Harter. Jede neue Straße zerschneidet so ein Gebiet und stört das Leben der Tiere, weshalb immer der Nutzen für Mensch und Umwelt gegeneinander abzuwägen ist.

Die Schüler hörten, dass nach dem Ende des Braunkohleabbaus Anfang der 1990er-Jahre der Grundwasserspiegel wieder zu steigen begann. Ehemalige Tagebaue füllten sich mit Wasser und die Natur erobert selbstständig nicht mehr vom Menschen genutztes Terrain zurück. Bis jetzt sind die Seen bei einem Befüllungsstand von 86 Prozent.

Die Vielfalt verschiedener Standortbedingungen und die Nährstoffarmut der Gewässer und ihrer Uferregionen schaffen Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten, die bewahrt werden müssen. Die Jugendlichen erfuhren zum Beispiel, dass der ph-Wert am Partwitzer See noch unter 3 liegt, was viel zu sauer ist. Gezieltes Einbringen von Kalk mit dem Bekalkungschiff Klara über einen längeren Zeitraum wird ihn auf den neutralen Wert von 7 anheben.

Der Achtklässler Johann Kunkel von der Christlichen Schule Johanneum stellte dem Experten detaillierte Fragen zum Nährstoffgehalt von Seen, denn er angelt gern und wünscht sich dafür in der Lausitz stabile Ökosysteme.

Der Geschäftsführer des CSB Peter Neunert, der Hoyerswerdaer Geschäftsführer der VBH Steffen Grigas und weitere Ehrengäste informierten sich mit den Schülern auch über naturschutzgerechte Teichbewirtschaftung in der Lausitz, die Bedeutung von Wasserpflanzen für Gewässer und andere Themen.

Für die Mitarbeiter der Kinder- und Jugendfarm hatte Steffen Grigas noch eine Überraschung im Gepäck: Ein Sponsoringvertrag wird die Zusammenarbeit mit der VBH weiter verbessern. Dafür dankte ihm CSB-Geschäftsführer Peter Neunert, weil sich nun die Arbeitsmöglichkeiten der Einrichtung weiter verbessern.