Es handelt sich um das Auftaktheft der neuen "Beiträge zur Heimatforschung in Sachsen". Diese Serie ist inzwischen auf fünf Werke angewachsen.

Ihren Ursprung hat die Unterdörfersche Spurensuche bereits vor über einem halben Jahrhundert. 1964 hatte Frank Fiedler den Dichterförster während einer Exkursion mit Schülern kennengelernt. "Das war in Lieske bei Uhyst, in der Nähe des dortigen Kuhteiches", erinnert sich Fiedler. "Ich schloss diese Gegend sofort in mein Herz", erzählt Frank Fiedler. Vor allem die unendliche Ruhe schätze der Oberlausitzer Pädagoge und Heimatforscher. Hin und wieder habe Fiedler mit Gottfried Unterdörfer über verschiedene Phänomene im Oberlausitzer Heide- und Teichland korrespondiert. Den Dichterförster bezeichnet der 85-Jährige als "sehr ruhigen, zurückhaltenden Menschen, einen typischen Förster eben".

Frank Fieder hatte bereits im Jahr 2007 eine erste Arbeit über Unterdörfer im "Biografischen Lexikon der Oberlausitz" veröffentlicht. Die jetzt neu erschienene Broschüre bezeichnet er als Auskopplung aus dem gemeinsam mit Sohn Uwe Fiedler erstellten Buch "Lebensbilder aus der Oberlausitz", das die Biografien zahlreicher bekannter und weniger bekannter Menschen aus der Region enthält. Uwe Fiedler war es auch, der die meisten Bilder beisteuerte. Etwa das Titelfoto: Mehrere Kraniche schreiten über eine Wiese vor einem Maisschlag, und dahinter beginnt der typische Lausitzer Heidewald. "Die Aufnahme entstand bei Rauden", erinnert sich Uwe Fiedler. Auch er möge die Teichlausitz sehr. "Ich bin sehr oft am Bärwalder See zu Gast. Dort kann man öfter die Kraniche beobachten."

Noch heute gibt es südlich des größten Gewässers Sachsens mehrere Punkte, die an Gottfried Unterdörfer (1921-1992) erinnern. Natürlich ist an erster Stelle die neugestaltete Unterdörfer-Stube des Uhyster Heimatvereins zu nennen. Dort können diverse Utensilien des Dichterförsters sowie seine Bücher angeschaut werden. Auch sein einstiges Wohnhaus an der Straße von Mönau nach Uhyst existiert noch. Die Nachkommen des Forstmanns leben allerdings südlich von Berlin. Darüber hinaus präsentiert ein kleiner, fast unscheinbarer Stein an der Chaussee von Mönau nach Lieske den Unterdörfer-Spruch von der "Größe der Welt, die nicht allein nach Kilometern gemessen werde, sondern in grenzenloser Weise in uns selbst liege."

Unterdörfers Bücher waren zu DDR-Zeiten nur schwer erhältlich. Kein Wunder, gehörte er nicht dem staatlichen Schriftstellerverband an. Zudem engagierte sich der Dichterförster sehr für die Kirchenarbeit in Uhyst. Bekannt geworden ist der Autor auch durch seine kritischen Anmerkungen zum Braunkohlenbergbau. Teile seines Reviers mussten dem Tagebau Bärwalde, dem heutigen Bärwalder See, weichen. "Die Hinterfragung der Kohleförderung hat bis heute in der Oberlausitz nichts an Aktualität eingebüßt", so Uwe Fiedler. Dennoch besitze das Heide- und Teichland hier und dort noch immer den gleichen Reiz, den Unterdörfer in seinen Werken festhielt. So am Mönauer Teichdamm unter "hohem Septemberhimmel", wie der Dichterförster in "Ich möchte einen Kranich sehen" so treffend schreibt.

Die Broschüre "Auf den Spuren des Dichterförsters Gottfried Unterdörfer" kann im Buchhandel sowie im Internet bestellt werden (ISBN: 9783738639827).