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Auf dem Weg in ein neues Leben

Thomas, Patrick und Peter stehen vor dem Haus Jakob in der Senftenberger Vorstadt von Hoyerswerda.
Thomas, Patrick und Peter stehen vor dem Haus Jakob in der Senftenberger Vorstadt von Hoyerswerda. FOTO: dcz1
Hoyerswerda/Weißkeißel. Der Verein FISH Lausitz hilft drogenabhängigen Menschen. In Hoyerswerda entsteht derzeit eine Anlaufstelle für Suchtkranke. Katrin Demczenko / dcz1

Lang und schwer ist der Weg, den suchtkranke Menschen wie Peter vor sich haben, um wieder in ein Leben zu finden, das nicht mehr von Drogen bestimmt ist. Bis vor einigen Jahren hatte der Mann Arbeit und eine bürgerliche Existenz. Weil er immer mehr Aufgaben übernahm, wurde er zum Workaholic. "Ich ignorierte den Wunsch meines Körpers nach Ruhe", sagt Peter heute. Damals schienen ihm Alkohol und Drogen der Weg zu sein, um sich Auszeiten zu nehmen und Schmerzen zu betäuben. Nach einem Burn-out folgte der Absturz.

Peter lebte bis zum Sommer 2016 obdachlos in einer bayrischen Stadt. Eine dort tätige Hilfsorganisation organisierte seine Entgiftung und ebnete ihm den Weg zum Verein FISH Lausitz nach Weißkeißel. Im Haus Jona wohnte Peter bis zu seiner von einem Kostenträger finanzierten Langzeittherapie, die im November endete. Seitdem lebt er im Nachsorgehaus Kaleb und bereitet sich auf einen suchtfreien Alltag in der Gesellschaft vor.

"In der christlichen Wohngemeinschaft unter Gleichgesinnten finden wir Sicherheit", fasst Peter das Wirken von FISH Lausitz zusammen. Das mit den Menschen, die zur Nachsorge im Haus Kaleb leben, zusammen wohnende Hausleiter-Ehepaar hilft zum Beispiel bei Ämtergängen und Fahrten zu Ärzten. In der WG gibt es einen regelmäßigen Tagesablauf und jeder muss Pflichten übernehmen, damit das Zusammenleben gelingt. In Weißkeißel hat der Neu-Lausitzer wieder näher zu seinem katholischen Glauben gefunden, den er über Jahre verdrängt hatte. Mit einer Tauferneuerung gab Peter diesem Lebensgefühl Ausdruck. Das Schaffen von Gemälden hilft ihm auf dem Weg in ein neues Leben. Seine Bilder und die anderer suchtkranker Männer waren vor wenigen Wochen zum KunstLandStrich der Kulturfabrik Hoyerswerda im Haus Jakob zu sehen.

Dieses Gebäude in der Hoyerswerdaer Altstadt ist bis 1950 Gemeindehaus der Landeskirchlichen Gemeinschaft Hoyerswerda gewesen, zu DDR-Zeiten beherbergte es ein Pionierhaus und bis 2010 einen Jagdwaffenladen. Der christliche, überkonfessionell arbeitende Verein FISH Lausitz kaufte das Haus 2011. Jetzt laufen Renovierungs- und Umbauarbeiten, damit später sechs bis zehn suchtkranke Menschen und ein Hausleiterehepaar einziehen können, sagt der Vereinsvorsitzende Michael Tippner. Auf dem Bau helfen auch Nachsorgler, um sich wieder an den Arbeitsalltag zu gewöhnen. Das Dach des über hundert Jahre alten Gebäudes an der Straße Senftenberger Vorstadt ist nun dicht, sagt Tippner, und der nächste Arbeitsschritt besteht aus dem Einbau von 54 neuen Fenstern und Türen. Außerdem ist die Fassade zu dämmen. Später wird im Erdgeschoss eine Begegnungsstätte entstehen.

Wann das Haus Jakob eröffnet wird, steht noch nicht fest, denn der Verein lebt vor allem von Spenden und vielfältigen Eigenleistungen seiner Mitarbeiter sowie der Bewohner.

Zum Thema:
Wann das Haus Jakob eröffnet wird, steht noch nicht fest, denn der Verein lebt vor allem von Spenden und von den vielfältigen Eigenleistungen seiner Mitarbeiter sowie der Bewohner. Wer den Umbau dieses Hauses unterstützen möchte, kann eine Summe auf das folgende Konto überweisen:Sparkasse Niederschlesien/Oberlausitz, IBAN: DE 64 85050100 00 90002539, Swift/BIC: WELADED 1GRL Eine Spendenbescheinigung wird auf Wunsch ausgestellt.