| 02:41 Uhr

Auch mit 104 Lebensjahren noch rege am Weltgeschehen interessiert

Maria Aust mit dem Gesangbuch-Geschenk von Bischof Ipolt.
Maria Aust mit dem Gesangbuch-Geschenk von Bischof Ipolt. FOTO: dcz1
Lauta. Ein sehr langes Leben liegt hinter Maria Aust. Sie feierte am Samstag, den 8. Oktober, in einer Lautaer Einrichtung des Betreuten Wohnens mit ihren Gästen ihren 104. Geburtstag. Bis heute pflegt sie intensiv ihren Glauben als katholische Christin und interessiert sich noch rege für alles, was in der Welt passiert. Katrin Demczenko/dcz1

Maria Aust wurde 1912 in Schlesien geboren. Nach dem Ende der Schulzeit ging sie in Stellung bei einem Bauern und hat später ihren Mann geheiratet, der in Schlesien unter Tage in einer Steinkohlegrube Sprengmeister war. Da die Familie ihre deutschen Wurzeln aber immer gepflegt hat, musste sie 1958 Polen verlassen. "Mit dem kompletten Hausstand, aber ohne die Tiere gingen wir nach Lauta", erinnert sich der heute 70-jährige Sohn von Maria Aust. Sie zog drei Kinder groß und übernahm die Pflege ihrer Mutter sowie später die ihres Ehemannes, der 1976 starb.

Halt fand sie in schweren Jahren als Mitglied der katholischen Gemeinde Lauta und später der Pfarrei "Zur Heiligen Familie" in Hoyerswerda. So lange sie noch laufen konnte, also bis zu ihrem 100. Geburtstag, ging sie noch regelmäßig in die Gottesdienste. Pfarrer Peter-Paul Gregor aus Hoyerswerda besucht Maria Aust regelmäßig, weil er ihre Lebensweisheit, Humor und Zufriedenheit schätzt. Zu ihrem 104. Geburtstag brachte er ihr ein Geschenk des Görlitzer Bischofs Wolfgang Ipolt mit: eine Großausgabe des Gesangbuches "Gotteslob" mit Goldschnitt.

Noch bis 2012 hat Maria Aust in ihrer eigenen Wohnung in Lauta gelebt, führte den Haushalt und bestellte ihren Garten, was lebenslang ihr Hobby war. "Ich lese noch täglich Zeitung", erzählt die Jubilarin. Und heute erfreut sie sich einfach an jedem ruhig verlaufenden Tag.